Jetzt wird geprüft

Über Sinn und Unsinn der gesetzlichen Vorgabe darüber, dass größere Projekte europaweit ausgeschrieben werden müssen und ein heimisches Planungs-Büro anders als bei kleineren Aufträgen nicht bevorzugt werden darf, mag an anderer Stelle diskutiert werden.

Der Thalfanger Verbandsgemeinderat hat mit seinem Beschluss möglicherweise vor allem einheimische Arbeitsplätze sichern wollen. Die Rechtslage ist allerdings, wie sie ist. Und Kommunalpolitiker müssen sich an Recht und Gesetz halten. Ob die Vorgehensweise korrekt war, wird die Vergabekammer prüfen. Doch mutet die Entscheidung, vorsichtig ausgedrückt, merkwürdig an. Was hat letztlich den Ausschlag für die Ratsmitglieder gegeben? Weder bei den Referenz-Objekten, noch beim Honorar hatten die Thalfanger die Nase vorn. Und die räumliche Nähe kann es nicht sein, denn dann machen derartige Ausschreibungen keinen Sinn. Die heimische Architektengemeinschaft kommt dabei völlig unverschuldet in die Schusslinie. Sie hat sich, was ihr gutes Recht ist, für dieses Projekt beworben. Wenn der Beschluss des VG-Rats sich nicht als tragfähig erweisen sollte, dann ist dies zuallerletzt den Planern anzulasten. i.rosenschild@volksfreund.de