Ernährung Vom Hochbeet auf den Teller – FSJlerin wird für Projekt an Wiltinger Grundschule ausgezeichnet

Wiltingen · Wie lange dauert es eigentlich, bis Möhren, Salat und Co. auf unseren Tellern landen? Johanna Schommer hat während ihres Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) an der St. Martin Grundschule in Wiltingen Hochbeete angelegt. Für ihr Projekt wurde sie mit dem „Mach was! Preis der Lotto-Stiftung für besonderes Engagement in den Freiwilligendiensten“ ausgezeichnet. Im Interview erzählt sie, wie es zu dem Projekt kam.

Direkt studieren oder doch erst in den Beruf reinschnuppern? Diese Frage hat sich auch Johanna Schommer nach ihrem Abitur gestellt. Die heute 22-Jährige hat sich damals dafür entschieden, ein FSJ zu machen, um sich bei der anschließenden Studienwahl ganz sicher sein zu können. Ihr FSJ hat sie 2020 bis 2021 an der St. Martin Grundschule in Wiltingen absolviert. Während dieser Zeit hat sie mit einer kleinen Gruppe von Schülern Salat, Möhren, Radieschen, Kräuter und Erdbeeren in den schuleigenen Hochbeeten angepflanzt.

Die Beete waren zwar schon vor Ort, wurden von der Schule aber nicht aktiv genutzt oder bepflanzt. Die Idee zu dem Projekt habe die Schulleiterin angestoßen, so Johanna: „Die zwei Hochbeete standen dort schon eine längere Zeit, aber damit wurde im Endeffekt nie groß was angefangen.“ Johanna habe sich nach dem Vorschlag der Direktorin schnell dazu entschlossen, das Projekt anzugehen.

Was es mit dem Preis auf sich hat

Für ihr Projekt wurde Johanna vom Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration mit dem „Mach was! Preis der Lotto-Stiftung für besonderes Engagement in den Freiwilligendiensten“ ausgezeichnet. Der Preis solle das Engagement der Freiwilligen auszeichne, sowie weitere junge Menschen für den Freiwilligendienst begeistern. Das Ministerium vergibt im Rahmen dessen den Sonderpreis „Integration“. Die Gewinner haben ein Preisgeld in Höhe von 1000 Euro erhalten. Der Preis wurde in diesem Jahr das erste Mal vergeben.

Das Wissen zu Hochbeeten, und wie eine Bepflanzung gelingt, musste sich Johanna selbst erst aneignen. Mit Powerpoint-Präsentationen und Arbeitsblättern hat sie dann ihr Wissen an die Schüler weitergegeben. Die Kinder waren von Beginn an der Umsetzung beteiligt: „Bei unserem ersten Treffen habe ich ihnen das Projekt vorgestellt und bin zum Beispiel die einzelnen Befüllungsetappen für das Hochbeet mit ihnen durchgegangen“, erzählt Johanna, „bei den Besorgungen der Materialien konnten die Kinder natürlich nicht helfen, aber anschließend beim Tragen der Erdsäcke und dem Befüllen selbst.“

Schüler haben Radieschen über die Ferien mit nach Hause bekommen

Für die täglich anfallenden Aufgaben hat die Gruppe Plakate gestaltet und Regeln festgelegt. Johanna durfte die Schüler aus dem Kunstunterricht nehmen, aber auch in den Pausen hat die Projektgruppe sich um die Beete gekümmert. „Das waren dann immer kleinere Aufgaben, wie zum Beispiel gießen“, erinnert sich Johanna. „Über die Ferien haben die Schüler kleine Zuchttöpfchen Radieschen mit nach Hause genommen und sich drum gekümmert, sodass wir sie nach den Ferien setzen konnten“, erzählt sie weiter.

Das Highlight für Johanna war, zu sehen, wie sehr die Kinder, die selbst angepflanzten Lebensmittel wertschätzen: „Je mehr man sich mit den Prozessen in der Natur auseinandersetzt, desto mehr fördert man das Bewusstsein der Kinder dafür. Auch in Bezug auf Nachhaltigkeit generell“, erzählt sie. Beim gemeinsamen Abschlussessen zum Projekt, wurde ihr das noch mal besonders deutlich: „Als ein anderes Kind nach dem Essen ihre Sachen wegschmeißen wollte, haben die Kinder aus der Projektgruppe dem Kind erklärt, wie lange es dauert, bis diese Lebensmittel gewachsen sind“, erinnert sie sich.

Würde Johann Schommer ein FSJ empfehlen?

Ein Freiwilliges Soziale Jahr würde die Studentin jederzeit weiterempfehlen. Für sie selbst war die Entscheidung dazu eine sehr spontane, nachdem sie wegen der Pandemie nicht ins Ausland verreisen konnte. Rückblickend sei sie besonders froh, etwas Ruhe vom Lernstress gehabt zu haben. „Es war eine tolle Möglichkeit eine kleine Pause zwischen Abi und dem Studium zu machen, wobei es ja gar keine richtige Pause war. Im Endeffekt hat mir das sauviel gebracht. Für mich persönlich und um zu schauen, was ich später machen möchte“, erklärt sie.

Während des Projekts sei es immer wieder zu schönen Momente mit den Kindern gekommen. „Es ist total schön zu sehen, wie sehr das Selbstbewusstsein der Kinder durch so eine intensive Förderung wächst“, findet Johanna. Inzwischen studiert sie im dritten Semester Grundschullehramt und möchte diese positiven Erfahrungen aus dem FSJ später auch in ihre Arbeit mit einfließen lassen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort