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Jubel für Frank Rohles und Zentury XX beim Open-Air in Saarburg

Konzert : Magische Momente an der alten Kaserne

Frank Rohles und seine Band Zentury XX haben in Saarburg eine bejubelte Evergreen-Show abgeliefert.

Mit dem Queen-Hit „It’s a kind of magic“ endet die erste Hälfte des Konzerts – und wahrlich magisch ist, was hier passiert. Auf dem alten Schießstand der ehemaligen Kaserne der französischen Garnison in Saarburg hat sich Christof Kramp von der Agentur Station K ein wunderbares Open-Air-Festivalgelände eingerichtet, und die Feierwütigen kommen in Scharen. So am Samstagabend, als Lokalmatador Frank Rohles mit seiner neuen Formation Zentury XX gut 230 (nicht mehr ganz junge) Konzertbesucher zum heißen Tanz um die Musik der 1970er bis 1990er bittet. Die Corona-Lockerungen und die strenge Einhaltung der Regeln durch den Veranstalter machen es möglich. Rohles ist Vollprofi, hat schon für seine Arbeit mit Queen eine goldene Schallplatte abgestaubt und spielt nur mit ebenfalls exzellenten Musikern. Angetreten sind voller Elan, stimmfest und virtuos an ihren Instrumenten: Michael Kutscha, Gesang (war in der Endrunde bei Voice of Germany), Kai Lemke, Bass (mit US-Erfahrung, unter anderem als Warm-up für Aerosmith und Kid Rock), Henning Marien, Schlagzeug (arbeitete schon mit Peilomat und Unheilig) und last but not least der erstaunliche Marc Rohles, Keyboards (der Sohn von Frank studiert an der Pop-Akademie in Mannheim).

Wer meint, dass Cover-Musik langweilig sei, wird hier eines Besseren belehrt. Eigene Interpretationen und spezielle Arrangements machen den Unterschied. Vom ersten Ton an (Billy Joels mitreißendes „We didn’t start the fire“) hat Zentury XX das Publikum im Griff. Kühle Getränke und heiße Würste stärken den Körper, Rohles und seine Mannen befeuern den Geist. Da geht der Beat direkt von den Ohren über den Bauch in die Beine. Die Songs von Clapton, Police, U2, Queen und Pink Floyd bis zu Van Halen und Rob­bie Williams sind allesamt mit dem altmodischen, aber schönen Begriff eines Evergreens zu versehen. Mit hohem Mitsing-Faktor, tanzbar sowieso. Die Fans feiern, und die Band reibt sich erstaunt die Augen. So etwas hatten sie lange vermisst. Gaby und Silvia sind aus Mettlach gekommen, Marc Rohles’ Solo bei Manfred Manns „Mighty Quinn“ reißt sie von den Bänken: „Großartig!“ Kein Wunder, hat der junge Musiker das doch schon mit dem Sänger des Originals, Chris Thompson, gespielt. Der stolze Senior zelebriert das Konzert wie eine Messe, sie beten den gesamten Katechismus der populären Rockmusik des späten 20. Jahrhunderts herunter. Und Zentury XX sind die Hohepriester und Messdiener in einem. Eine denkwürdige Nacht.