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Jubiläum: 80 Jahre Erziehungs- und Bildungsarbeit

Jubiläum: 80 Jahre Erziehungs- und Bildungsarbeit

Die beeindruckende Leistung der Karmelitinnen in der Props tey St. Josef über acht Jahrzehnte hinweg ist mit einem Festgottesdienst und Festakt gefeiert worden. Nur noch sechs Schwestern leben heute in den Mauern aus dem 9. Jahrhundert. Verdienste erwarben sich die Nonnen vor allem in der Jugendhilfe.

Taben-Rodt. Aus dem Rittergut Props tey in Taben-Rodt wurde am 19. März 1931 wurde die Props tey St. Josef. Am 1. April begannen die Karmelitinnen von der Göttlichen Liebe ihre Erziehungs- und Bildungsarbeit mit der Einrichtung eines Kinderheimes. In einem Festgottesdienst in der Schwesternkapelle dankte Prälat Maximilian Hommens den Schwestern für die Leistung, vor allem gegenüber benachteiligten Mitmenschen: "Diese Arbeit geschah still und leise, genau wie es uns der heilige Josef vorgelebt hat."

Dechant Klaus Feid übermittelte ein Grußwort von Bischof Stephan Ackermann: "Die Arbeit der Schwestern hat hohes Ansehen in der Bevölkerung."

Pater Norbert Possmann hob den Kampf der Nonnen in schweren Zeiten hervor. 1936 brannte das Kinderhaus. Es kamen Evakuierungen, der Weltkrieg, Zerstörung und Wiederaufbau.

Die Oberin, Schwester Afra, erinnert sich: "Das hätte uns damals niemand zugetraut." Alle hätten gesagt, das wird nichts mehr.

Doch die ebenso mutigen wie resoluten Schwestern packten mit Hilfe starker Männer aus Taben-Rodt an und bauten die Props tey wieder auf. Verschiedene Schulen mit Berufsorientierung wurden eröffnet. Ein Kindergarten kam hinzu und ein Internat.

Im Jahre 1998 übernahmen die Pallottiner von Limburg und Neunkirchen das Haus. Der heutige Direktor, Pater Herbert Heuel, lobte: "Die Schwestern haben diese Einrichtung immer über Wasser gehalten, manchmal auch ohne Geld." Es gebe jedoch weiter einen hohen Bedarf an Wundern.

Landrat Günther Schartz hob die Bedeutung der Einrichtung hervor, die der Kreis immer gerne unterstützt hat: "Sie können stolz auf ihre Lebensleistung sein." Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Saarburg, Leo Lauer, dankte im Namen aller Bürger: "Auch wenn die Schwestern im Schul- und Erziehungsbetrieb aufgehört haben, bleiben sie die Seele des Hauses." Pastor Feid forderte die Schwestern deshalb auf, nicht in ein Altenheim zu ziehen, sondern in der Propstey zu bleiben.

Ortsbürgermeister Klaus Neises ist sicher: "Die Propstey hat ganz wesentlich zur Entstehung und Entwicklung von Taben- Rodt beigetragen." Denn sie sei auch Arbeitgeber gewesen und habe vor allem Jugendlichen Perspektiven geboten. doth

EXTRA

PROPSTEY



Heute ist in der Propstey St. Josef die Grund- und Hauptschule in Ganztagsform untergebracht. 17 Lehrer unterrichten 85 Schüler. 36 Plätze für Kinder mit Lernschwächen und sozialem Förderbedarf gibt es in den beiden Jugendhilfegruppen, die von 15 Erziehern, darunter auch Praktikanten, betreut werden. Eine Gruppe hat ihr Domizil in Saarburg-Beurig. 25 Kinder besuchen den Kindergarten und werden dort von sechs Erzieherinnen betreut. doth