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Jüngste Hundertjährige von Hermeskeil

Jubiläum : Jüngste Hundertjährige von Hermeskeil

Sie blickt auf ein erfülltes Leben zurück: Maria Kuhn erlebt die 20er Jahre in Neuhütten noch einmal.

Sie ist in ein Jahrzehnt hineingeboren, das später einmal „die goldenen 20er Jahre“ genannt werden sollte. Maria Kuhn, erblickte als ältere von zwei Schwestern am 22. Januar 1920 in Neuhütten das Licht der Welt. 100 Jahre später beginnen die 20er Jahre erneut.

„Sie sind von den drei Hundertjährigen in unserer Verbandsgemeinde die Jüngste“, scherzt der Hermeskeiler Bürgermeister Hartmut Heck bei seiner Gratulation bei der Feier im Neuhütter Bürgerhaus. Kreisbeigeordneter Helmut Reis weist darauf hin, dass gerade diese Generation den Grundstein für unser aller Wohlstand von heute gelegt hat: „Ohne Leute wie sie würde es uns heute schlechter gehen.“

Maria Kuhn kann sich noch gut an ihre Schulzeit erinnern. „Die Lehrer waren zwar streng, aber nicht schlecht“, sagt sie im Gespräch mit dem TV. Als Kinder hätten sie eine schöne Zeit gehabt. Auf dem Feld mithelfen zu dürfen, habe sie stolz gemacht.

Als Selbstversorger gab es immer genug zu essen, auch in schweren Zeiten. „Wir haben im Jahr zwei Schweine geschlachtet, eins um das Fleisch zu verkaufen und eins haben wir selbst gegessen“, weiß sie noch gut.

Der Schicksalsschlag kam, als ihr Mann Johann noch in den letzten Kriegstagen fiel. Nach dem Tod des Vaters 1951 blieb ein reiner Frauenhaushalt übrig. Hilfe kam mit der Heirat von Tochter Renate mit Rudolf Bier. Drei Enkel wurden groß gezogen. 1998 freute sich die Jubilarin über die Geburt der Zwillings-Urenkel-Söhne.

Als junges Mädchen arbeitete sie im Kindergarten, war aber auch als sogenannte „Kulturfrau“ im Forst mit der Pflanzung junger Bäume beschäftigt und wurde als Näherin für eine Näherei in Hermeskeil angelernt. Die Lebensstationen waren in historischen Fotos ausgestellt.

Immer war Maria Kuhn der Kirche sehr verbunden. Noch mit mehr als 90 Jahren gehörten Kirchgänge zu ihrem Alltag. Sie betreute zeitweise die kirchlichen Textilien (Paramente) und nahm an Pilgerfahrten teil. Auch im hohen Alter arbeitete sie im Garten oder beschäftigte sich im Winter mit Handarbeiten.

Die Hundertjährige lebt bis heute in ihrer angestammten Umgebung. „Sie kann alles noch selbst machen, nur das Essen bekommt sie von Tochter Renate“, erklärt Enkel Erik Bier. Trotz Einschränkungen in der Beweglichkeit und beim Hörvermögen sei seine Großmutter immer noch stark am Zeitgeschehen interessiert. Dazu gehört die tägliche Lektüre des Trierischen Volksfreundes, der sich ausdrücklich den Glück­wünschen der zahlreichen Gratulanten anschließt.

Ob sie noch einen Wunsch zum sehr runden Geburtstag habe, wollte der TV wissen. Die Antwort: „Nein, es ist gut so wie es ist.“