Jugendliche bauen Dorf in den Bäumen

Ferienfreizeit : Jugendliche bauen Dorf in den Bäumen

Sie zeigen dabei hervorragendes handwerkliches Geschick, und das in den Ferien.

(red) Ein Baumhaus bauen – wer träumt nicht davon? Im Rahmen eines in Rheinland-Pfalz einzigartigen Projekts in Kell am See wurde dieser Traum nun Wirklichkeit. Vom 30. Juni bis 13. Juli entstand im Gemeindewald von Kell am See ein Baumhaus mit 6 Plattformen und rund 120 Quadratmetern. Gebaut wurde es von 14 Jugendlichen des Landkreises Trier-Saarburg und angrenzender Landkreise im Rahmen einer zweiwöchigen Ferienfreizeit. Das Baumhaus verfügt über Schlaf-, Koch- und Waschmöglichkeiten und bietet derzeit Platz für bis zu 25 Personen. Die Plattformen werden unterschiedlich hoch verankert und dann durch Stege und Treppen miteinander verbunden, so dass man sich wie in einem ganz normalen Haus bewegen kann. Natürlich sind die Baumhäuser nicht für die Ewigkeit gedacht. In regelmäßigen Abständen werden Plattformen auch wieder abgebaut und durch andere ersetzt. So entsteht ein sich ständig wandelndes aber dennoch dauerhaftes „Dorf in den Bäumen“.

Das Jugendprojekt wird getragen von der Erlebniswerkstatt Saar in Kooperation mit der Jugendpflege

des Landkreises Trier-Saarburg und der Gemeinde Kell am See. Ziel der Maßnahme ist es, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen interessante und fordernde Erlebnisse zu bieten und alternative Freizeitmöglichkeiten fernab von Medien- oder Drogenkonsum zu schaffen. Der Bezug zum Handwerklichen und zur Natur wird durch das Projekt gestärkt und soziale Handlungskompetenzen im Team erprobt. Konkret müssen Baumstämme geschält, transportiert und über Flaschenzüge nach oben transportiert werden. Bretter müssen angenagelt und Geländer gebunden werden. Ob in schwindelerregender Höhe im Klettergurt oder am Boden beim Sägen der benötigten Balken und Bretter – für alle findet sich eine passende Aufgabe.

Das gemeinsame Leben im Baumhaus funktioniert wie in einem kleinen Dorf. Ohne gegenseitige Rücksichtnahme und Kooperation geht’s nicht. Auf engem Raum und in luftiger Höhe müssen sich alle aufeinander verlassen können. Auf diese Weise werden Alltags- und Sozialkompetenzen erlernt und verinnerlicht.

Die Erlebniswerkstatt Saar hat aber noch viel mehr vor: Ab dem neuen Schuljahr 2019/20 startet das Inklusion-Projekt Das barrierefreie Baumhaus. Mit einer Laufzeit von 2 Jahren und gefördert von der Aktion-Mensch sollen behinderte und nicht-behinderte Kinder und Jugendliche zusammen ein barrierefreies Baumhaus bauen, das für alle erreichbar und begehbar ist. Dafür wird ein rollstuhlfähiger Steg bis zum Baumhaus gebaut. Von hier aus geht’s dann mit dem Flaschenzug bis auf die Laufebene des Baumhauses. Ab diesem Punkt sollen alle anderen Plattformen selbstständig auch für Rollstuhlfahrer erreichbar sein.

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