Jugendrat Kell kämpft für Mountainbike-Piste

Kell am See · Lange Zeit blieb es still um den Keller Jugendrat, der vor einem Jahr gegründet wurde. Doch jetzt hat sich das Gremium, das sich als Sprachrohr für die Interessen der jungen Leute in der Verbandsgemeinde versteht, ein erstes großes Projekt vorgenommen. Die Ratsmitglieder wollen eine Anlage für Mountainbiker bauen. Ein Vorbild dafür gibt es in Trassem.

 Auf Erkundungstour: Kevin Spirk (vorn) und Lukas Willger brauchen eine Bikerpiste für ihre Freizeitbeschäftigung.TV-Foto: Herbert Thormeyer

Auf Erkundungstour: Kevin Spirk (vorn) und Lukas Willger brauchen eine Bikerpiste für ihre Freizeitbeschäftigung.TV-Foto: Herbert Thormeyer

Kell am See. Mit dem Jugendrat wurde vor einem Jahr in der Verbandsgemeinde (VG) Kell ein neues politisches Gremium aus der Taufe gehoben. Die frisch gegründete Gruppe machte anschließend im Sommer 2011 eine Umfrage, in der die 13- bis 20-Jährigen nach ihren Freizeitwünschen befragt wurden. Doch dann rührte sich monatelang nichts mehr. "Ist das Experiment schon gescheitert?" Die Antwort von Kathrin Thömmes (19) und Andreas Rommelfanger (22) als Doppelspitzes des Rates ist ein klares "Nein". Denn der Jugendrat hat große Pläne, über die er in der nächsten Sitzung am Dienstag, 3. April (19.30 Uhr, Pfarrsälchen Kell), sprechen will.
"Die Umfrage ergab, dass eine Skaterbahn gebaut werden sollte. Das wäre aber viel zu teuer", sagt Thömmes. Gemeinsam mit Jugendpfleger Michael Binder entwickelten die jungen Ratsmitglieder jedoch eine fast genauso gute Idee: eine Mountainbike-Strecke im Wald.
Vorbild dafür ist eine Anlage, die es bereits in Trassem gibt.
Der Keller Jugendrat hat sie mit Dietmar Schwarz vom Forstamt Saarburg besichtigt.
Nun steht die Gruppe um Thömmes und Rommelfanger vor einer großen Aufgabe - und zwar, im Gebiet der Verbandsgemeinde Kell ein geeignetes Waldstück zu finden, das für eine Mountainbike-Strecke genutzt werden kann. Denn, so der Hinweis von Schwarz an die jungen Leute: "Sowohl der Waldbesitzer, als auch die betreffende Ortsgemeinde müssen der Sache zustimmen." Ist das geschafft, müssen noch mehreren Behörden gefragt werden und das Projekt genehmigen.
"Das müssen die jungen Leute nicht allein leisten. Dabei helfen wir natürlich", sagt dazu VG-Bürgermeister Werner Angsten (CDU), der sich sehr über das Engagement freut: "Alles, was der Jugend guttut, kann nicht verkehrt sein." Positiv sei auch, dass eine Mountainbike-Strecke im Vergleich zu einer Skateranlage kaum Kosten verursacht. Die VG werde den Jugendrat auch bei der Sponsorensuche unterstützen. Das junge Gremium will die Anlage selbst bauen, am liebsten als sogenannte Freeride-Strecke, auf der bergab mit Kurven und Schanzen in allen Schwierigkeitsgraden gefahren werden kann.
Bis zu 100 Meter Höhenunterschied könnte die Anlage haben, auf der möglichst keine Bäume gefällt werden sollten. "Zu den Kosten können wir noch nichts sagen", bedauert Jugendpfleger Binder. Bei genügend Helfern könne das Vorhaben jedoch sehr preisgünstig sein. Mitte des Jahres soll das Projekt umgesetzt sein.
"Eine solche Piste zu haben wäre doch auch gut für den Tourismus", findet Biker Kevin Spirk (16) aus Kell. Für den 15- jährigen Lukas Willger würde ein Traum in Erfüllung gehen.
"Dann brauche ich nicht immer nach einem Chauffeur zu suchen, der mich auf die Anlage in Trassem oder Mehring bringt", erklärt er sein Problem.
In seiner Sitzung am Dienstag, 3. April, will der Jugendrat außerdem über den Termin und das Motto einer Party für die jungen Leute in der VG sprechen.Extra

Der Jugendrat Kell soll als Interessenvertretung einen gesellschaftlichen Querschnitt durch die junge Generation in der Verbandsgemeinde abbilden. Zwölf Gruppierungen sind berechtigt, je zwei Jugendratsmitglieder zu entsenden. Diese dürfen zwischen 14 und 25 Jahren alt sein. Bürgermeister Werner Angsten und Jugendpfleger Michael Binder sind beratende Mitglieder. Die kulturtreibenden Vereine, die Jugendfeuerwehren, das Jugendrotkreuz, die Jugendwohngruppen, die Sportvereine, SPD, Freie Wähler und Junge Liste haben ihr Mitgliederpotenzial im Jupa noch nicht voll ausgeschöpft. doth

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