Jung geblieben trotz 100 Jahren

TAWERN. (kpj) Der Musikverein "Lyra" feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Mit einem Konzert eröffneten die Musikerinnen und Musiker den Reigen der Festveranstaltungen. Langjährige Mitglieder wurden geehrt.

Mit einem Konzert startete der Musikverein "Lyra" in sein Jubiläumsjahr zum 100. Geburtstag. "Ein jung gebliebener Verein feiert Geburtstag", sagte "Lyra"-Vorsitzender Hans-Werner Schömann zu Beginn des Jubiläumskonzertes. Und tatsächlich: Zahlreiche junge Musikerinnen und Musiker sind in den Reihen der 47 Akteure auf der Bühne zu sehen. Pünktlich zum Jubiläum treten sie erstmalig in ihren neuen, in einem weichen Blauton gehaltenen Uniformen auf. "Mit diesem Konzert wollen wir Dank sagen", fährt Schömann fort. "Dank für die Treue und Unterstützung, die der Verein in 100 Jahren von seinem Publikum erhalten hat." Zwar werde die "Lyra" erstmals 1909 erwähnt, als die Tawerner Musiker zum Papstjubiläum aufspielten und die Grundsteinlegung der Pfarrkirche musikalisch begleitete. Aber schon zwei Jahre zuvor hatten sich einige Musiker zusammengeschlossen. 1934 veranstaltete der Verein erstmals ein Zeltfest. Es folgten Stiftungsfeste, Waldfeste, Kirmesveranstaltungen und Sommerfeste. "Unser gemeindliches Kulturleben ist ohne den Musikverein nicht denkbar", lobte auch Ortsbürgermeister Josef Weirich. "Der Musikverein Lyra nimmt eine hervorgehobene Stellung im kulturellen Leben von Tawern ein." Die lobenden Worte des Ortsschefs untermauerten Dirigent Heinz-Dieter Schick und seine Musikanten mit einem anspruchsvollen Programm. So brachten die Akteure auf der Bühne im ersten Konzertteil neu einstudierte Stücke zu Gehör, die an die Musiker höchste Ansprüche stellten. Eindrucksvoll intonierten die Register das Werk "Tirol 1809" von Sepp Tanzer, in dem in drei Sätzen der Tiroler Bauernaufstand dargestellt wird. Für Musiker und Publikum in der voll besetzten Turnhalle gleichermaßen anstrengend war die Komposition "Der blaue Planet" von Kurt Gäble, die mit ihren futuristischen Klängen und Taktgestaltungen die ganze Aufmerksamkeit der Musiker beanspruchte. Volkstümlicher und nostalgischer ging es im zweiten Konzertteil zu. In einem musikalischen Rückblick ließ das Orchester die Vereinsgeschichte mit Stücken wie "Mein Regiment" von Blankenburg oder "Oregon" von Jacob de Haan Revue passieren. Parallel zu den Musikvorträgen wurden alte Zeiten in einer Diaschau noch einmal lebendig. Im Rahmen des Konzerts wurden zahlreiche Musikerinnen und Musiker für ihre langjährige Vereinsmitgliedschaft vom Vorsitzenden der Gruppe Saar-Obermosel des Kreismusikverbandes Matthias Benzschawel geehrt. Für zehn Jahre wurden Julia Clemens, Nina Feierabend, Jens Haag, Katja Haag, Jennifer Hölzemer, Alexander Hötl, Monika Klein, Kathrin Metzdorf, Mario Müller, Oliver Müller, Sandra Müller und Rainer Mushoff geehrt. Für 20 Jahre wurden Rosi Altenhofen, Andrea Licht und Bärbel Weber geehrt. Seit 30 Jahren musizieren Ute Clemens, Frank Bidinger, Uwe Jacobs, Heribert Schwarzenbarth und Michael Schons. Für 40-jährige Mitgliedschaft erhielt Peter Rohles den Ehrenbrief des Landesmusikverbandes. Das Jubiläumsjahr wird fortgesetzt mit einem Stiftungsfest am 5. und 6. Mai und endet mit einem Kirchenkonzert am 6. Dezember.