Jung und Alt im Wald

Kindern den richtigen Umgang mit der Natur zu vermitteln, ist Ziel des Projektes "Naturtrainer" des rheinland-pfälzischen Naturschutzbunds (Nabu). Seit November 2007 ist der 61-jährige Pellinger Walter Koch engagiert - und unterrichtet seitdem die Kinder des Pellinger Kindergartens.

Pellingen. (kbb) Wenn Walter Koch unterrichtet, hören alle gespannt zu. Denn es geht nicht um graue Theorie, sondern um handfeste Praxis. Woher kommt der Honig, und wie arbeitet ein Imker? Warum werden aus Raupen Schmetterlinge, und welche Pflanzen im Wald sind gefährlich? Koch ist "Naturtrainer" und findet schnell Antworten auf derlei Fragen. Seit der Nabu Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr erstmals gezielt Senioren aufgerufen hat, sich in Schulungen zum Naturtrainer für Kindergartenkinder ausbilden zu lassen, findet an immer mehr Kindergärten Naturunterricht im Wald oder auf der Wiese statt. "Es geht darum, Interesse an der Natur zu wecken, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und Natur und Mensch mehr als Einheit zu begreifen", sagt der 61-Jährige. Im Herbst 2007 habe er im Trierischen Volksfreund eine Anzeige des Nabu gesehen und war begeistert. "Der Umgang der Menschen mit ihrer Umwelt ist nicht optimal", kritisiert der ehemalige Elektromeister. Das Interesse an der Natur bestand bei Koch schon immer, wie er sagt, aber eine institutionalisierte Form wie das "Naturtrainer"-Projekt des Nabu habe es bislang nicht gegeben. Als Elektromeister arbeitete der gebürtige Saarländer viele Jahre in Trier, musste aber krankheitsbedingt aus seinem Beruf ausscheiden. "Das war vor 13 Jahren", sagt Koch, "irgendwann braucht man eine neue Aufgabe". Neben seinem Engagement als Naturtrainer beschäftigt er sich mit der Pellinger Ortsgeschichte und hat sich auf Hexenforschung spezialisiert. In einem alten Gemäuer hat Koch unlängst eine sogenannte "Teufelsgeißel" gefunden, eine Kiste mit Madonnen- und Christusstatuetten. "Die Kassette war unter der Türschwelle vergraben und sollte wohl böse Geister abhalten", erzählt Koch.