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Junge Künstler präsentieren klassische Musik im Glashaus

Junge Künstler präsentieren klassische Musik im Glashaus

Rund die Hälfte der Studenten, die bei den Saarburger Serenaden engagiert sind, hat im Mannebacher Brauhaus ein Konzert gegeben. Die 110 Zuhörer erlebten Klassik in Vollendung in einer ganz besonderen Atmosphäre, ein Spannungsfeld zwischen Carnegie- Hall und Glashaus.

Mannebach. Kant Kosoltrakul setzt sich an den Flügel. In einer kurzen Konzentrationsphase schaltet er alles um sich herum aus. Dann legt der 14-Jährige mit der Waldstein-Sonate von Ludwig van Beethoven (1770-1827) im Glashaus des Mannebacher Brauhauses mit Vehemenz los. Noten braucht er dafür nicht.
110 Zuhörer erlebten mit rund der Hälfte der 41 Studenten aus vielen Ländern einen außergewöhnlichen Konzertabend. Die musikalisch Höchstbegabten perfektionieren ihr Können noch bis zum Samstag mit Hilfe von 20 Professoren in Übungen und Auftritten bei den Saarburger Serenaden. Es ist bereits das zweite Mal, dass die Serenaden im Brauhaus von Hans-Günter Felten Station machen.
Künstler für die Weltbühne


Der Klassikliebhaber findet: "Es ist schade, dass die Leistungen dieser jungen Leute nicht noch stärker gewürdigt werden." Ob der Eintritt frei bleiben sollte oder Geld genommen werden könnte, damit ein solches Konzert "etwas wert" ist, weiß auch er nicht. Fest steht, hier spielen junge Künstler für die Weltbühne. Auf einer solchen, der New Yorker Carnegie-Halle nämlich, hat die erst achtjährige Taylor Wang, eine Amerikanerin mit chinesischen Wurzeln, bereits gestanden, wie Festivalleiter Semyon Rozin bestätigte. Und jetzt spielte das höchstbegabte Mädchen mit Macha Jauvert eine Klaviersonate von Mozart zu vier Händen, als ob das ein Kinderlied wäre. Das Staunen war dem Publikum anzumerken.
Stadtbürgermeister Jürgen Dixius erkundigte sich bei Rozin nach dem Alter der Kleinen: "Wirklich erst acht?" Zuhörer Wolfgang Zoz (61) aus Saarburg ist bereits Stammgast bei diesen Konzerten: "Es ist schön zu erleben, auf welchem Niveau sich diese jungen Künstler präsentieren." Eine von ihnen war an diesem Abend Ivette Ortiz aus Costa Rica. Die 32-jährige Sopranistin bestätigte: "Ich habe hier viel gelernt." Nur die deutschen Texte für die Lehar-Arie seien schon schwer, weil es im Spanischen viele Laute so nicht gibt.
Ihr Gesangspartner, der Tenor Brian McNiff (32) aus Florida, freut sich über die große stilistische Herausforderung in einer Lehar-Arie: "Ich hoffe, diese Zusatzausbildung in Saarburg ist gut für meine Karriere." Beide wurden vom Publikum bejubelt. doth
Das Abschlusskonzert ist am Samstag, 14. Juli, um 19.30 Uhr in der Saarburger Stadthalle. Der Eintritt ist erneut frei.
Informationen gibt es auch im Internet unter www.saarburgfestival.de