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Junge Musikanten heißen hier "Mukis"

Junge Musikanten heißen hier "Mukis"

In der Hermeskeiler Grundschule ist ein Vorzeigeprojekt durchgestartet. Dank mehrerer Partner können dort Grundschüler im Rahmen des regulären Unterrichtes ein Instrument erlernen, wofür ihre Eltern nur ganz wenig bezahlen müssen.

Hermeskeil. Die Stadtkapelle Hermeskeil ist dafür bekannt, dass sie relativ früh um Nachwuchs wirbt. Doch mit der nun von ihr aus der Taufe gehobenen Gemeinschaftsinitiative stellt sie alle vorherigen Bemühungen in den Schatten.
Denn dank eines Sponsors, der Karl und Katharina Heil-Stiftung, müssen Eltern sich nicht sorgen, dass sie die vielleicht nur vorübergehenden musikalischen Ambitionen ihrer Sprösslinge finanziell zu stark belasten. Und die Schüler selbst brauchen für ihren Instrumentalunterricht nicht zusätzlich die Schulbank zu drücken.
Nur zehn Euro pro Monat


Die "Mukis - das Grundschulorchester", so der Name der Musik-Kids, üben nämlich im Rahmen des Schulmusikunterrichts. Wer kein Instrument erlernen möchte, kann in dieser Zeit mit Klassenkameraden singen oder Noten büffeln, wofür die Nachwuchsmusiker in der zweiten wöchentlichen Musikstunde Gelegenheit haben.
Vorbildlich macht das für Kinder ab der dritten Klasse konzipierte Angebot aber noch etwas anderes. Da die Instrumente gesponsert sind, was sich die Stiftung 5000 Euro kosten ließ, können Kinder die Musikausbildung für nur zehn Euro pro Monat nutzen. Die Pauschale wird für Wartung und Versicherung erhoben und, sofern die Kinder dabei bleiben, beim später eventuell gewünschten Kauf zu 100 Prozent angerechnet.
Das Modell wurde auch in Gesprächen mit Eltern ausgetüftelt und eröffnet der Stadtkapelle - Aussichten auf junge Talente, die sonst vielleicht nie den Schritt gewagt hätten. Denn der reguläre Unterricht der Kreismusikschule (KMS) kostet nicht nur mehr Gebühren. Eltern, die oft beide berufstätig sind, oder mit einem Auto auskommen müssen, stellt das auch vor logistische Hürden.
Daher scheint es optimal, dass die KMS nun professionelle Lehrer stellt, die wie Gerhard Piroth, Dirigent der Stadtkapelle, in der Grundschule unterrichten. "So erreichen wir wirklich alle Kinder", nennt Stadtkapellen-Geschäftsführer Tim Kaub einen wichtigen Pluspunkt. Zumal Eltern auch Fördergutscheine über zehn Euro pro Kind erhalten könnten.
Erste Erfahrungen zeigten, dass es den Kindern richtig Spaß mache, ein Instrument zu erlernen. Beim späteren Wechsel zu weiterführenden Schulen sei das ebenfalls von Vorteil, da sie sich dann nicht mit etwas Neuem zusätzlich belasten müssten. Und wer bei ihnen mitspiele, der spiele auch immer mit und sitze nicht nur auf der Bank.
Mit Karl Heil, der viele Jahre selbst Tenorsaxofon in der Stadtkapelle spielte, wurde ein Unterstützer gewonnen, dem das Projekt am Herzen liegt. "Ich finde es richtig gut, in die Grundschule zu gehen, um Kinder für ein Instrument zu begeistern", sagt er.
Wichtige Qualifikationen


Denn wer später studiere, bleibe oft nur mehr wenige Jahre dabei. 15 von insgesamt 58 Drittklässlern haben sich laut Schulleiterin Sabine Mitrenga angemeldet für den ersten Jahrgang. Im nächsten Schuljahr sollen heutige Zweitklässler folgen. Auch deren Instrumente wird die Stiftung bezahlen. Laut Mitrenga zeigt das Kindern nicht nur eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung auf. Sie erlernten auch Schlüsselqualifikationen wie soziale Kompetenzen oder teamorientiertes Arbeiten.
Die Drittklässler Jussef und Leon sind begeistert, dass ihnen all das ermöglicht wird - dank der Stiftung, wie Jussef weiß. Sie habe die Instrumente gekauft. Für Leon war das neu, doch sein Kommentar sagt alles: "Ja echt, danke schön, cool."