Junger Trompeter brilliert neben alten Hasen

Junger Trompeter brilliert neben alten Hasen

Junge Solisten, erfahrene Musiker und ein ansprechendes Programm haben 300 Gäste zum Jahreskonzert des Orchesters der Verbandsgemeinde Kell am See gelockt. In der Manderner Siebenbornhalle waren die Zuhörer besonders von dem Talent eines erst 14 Jahre alten Trompeters angetan.

Mandern/Kell am See. Das Neujahrskonzert des Keller Verbandsgemeinde-Orchesters zählt stets zu einem der musikalischen Höhepunkte des Jahres. Und so ließen sich die Zuhörer nicht von den winterlichen Straßenverhältnissen abschrecken und strömten zahlreich in die Siebenbornhalle in Mandern.
Rund 300 Gäste nahmen dort am Samstagabend Platz und durften sich auf einen musikalisch anspruchsvollen Abend freuen. Orchesterleiter Karl-Heinz Willger hatte ein Programm zusammengestellt, das die 67 Musikerinnen und Musiker nahezu bis an ihre Grenzen forderte. Dabei brillierten nicht nur die erfahrenen Orchestermitglieder, sondern auch junge Musiker mit solistischen Einlagen.
Schon viele Preise gesammelt


Nach dem Entree, dem schwungvollen "Venezia Marsch" von Gaetano Fabiani, spielte das Ensemble die "Tancredi-Ouvertüre" von Gioacchini Rossini. Im Anschluss stellte Orchesterchef Willger drei Solisten in der "New Barock-Suite" von Ted Huggens vor: den seit Jahrzehnten erfahrenen Klarinettisten Thomas Blatt, Kathrin Riga an der Oboe und Niklas Engel an der Trompete.
Engel spielt sein Instrument seit 2010. Ausgebildet wurde das erst 14 Jahre alte Talent in der Musikschule Grevenmacher. 2015 erhielt Niklas Engel den Bundespreis beim Nachwuchswettbewerb Jugend musiziert und weitere erste Preise bei den Concours pour jeunes Solistes in Luxemburg. Er ist außerdem Preisträger des Prix EMCY 2016, einem Förderpreis des europäischen Verbandes der Musikwettbewerbe.
In der "Intermezzo Sinfonico" von Pietro Mascagni ging es um die "Cavalleria Rusticana", die sizilianische Bauernehre. In "Espana" von Emile Waldteufel, der auch bekannt wurde mit Schlagerkompositionen für das Duo Cindy und Bert, bewiesen die beiden Solisten Niklas Engel und Katharina Riga ihre Qualitäten. "Mnozil versus Verdi" unterlegt mit dem Gefangenenchor aus der Oper "Nabucco" sorgte für Abwechslung durch eine etwas andere Art der Komposition. Das Besondere daran sind komödian-tische Einlagen und Gesangsdarbietungen im Stil eines Musik-kabaretts. Bei dieser Art von Musik-Slapstick, beispielsweise in dem beliebten Abschlussmarsch "Dem Land Tirol die Treue" von Florian Pedarning, bewiesen die Keller VG-Musiker, dass sie nicht nur spielen, sondern auch singen können.
In dem 1990 gegründeten Klangkörper wirken neben den für die Blasmusik üblichen Instrumente aber auch noch einige andere mit. Mit dabei sind etwa Michael Willger am Kontrabass und Hans Georg Joseph am Keyboard. Mit Schlagzeuger Manuel Metha und Karin Hoffmann am Tenorsaxofon heizten sie dem Publikum mit "Hard Rock Stones" kräftig ein. Dass auch ein Dudelsack in einem solchen Orchester seinen Platz findet, bewies Norbert Nisius mit der Dudelsackmelodie zu "Highland Cathedral". Durch das Programm führte Edgar Thielen.
Das Konzert zum Beginn des neuen Jahres ist stets ein Höhepunkt für die Keller Orchestermusiker. Im Sommer folgt ein weiterer: Dann reisen die Musiker mit einer Gruppe von insgesamt 140 Personen ins afrikanische Namibia. Dort gibt das Orchester zwei Konzerte in der Hauptstadt Windhoek und in Swakopmund. Wie auch bei vergangenen Konzertreisen sind die Auftritte im Ausland auch diesmal mit einer größeren Hilfsaktion verbunden (siehe Extra). Die dafür bereits gesammelten Spenden gehen an einen Kindergarten und an eine Einrichtung, die sich um autistische Menschen kümmert (der TV berichtete am 9. November 2016).Extra

Reisen und helfen - das hat beim d Keller Verbandsgemeinde-Orchester Tradition. Bereits seit 1997 geben die Musiker Konzerte im Ausland, um dort die deutsche musikalische Kultur vorzustellen. Ihre Auftritte, seit der Gründung des Orchesters 1990 waren es insgesamt etwa 140, verbinden sie oft mit Hilfsprojekten. Seit 2002 unterstützen die Musiker beispielsweise eine Musikschule für Kinder in Südafrika. Dort konnte mit Hilfe ihrer Spenden ein komplettes Jugendorchester mit Instrumenten ausgestattet werden. Im Juli 2017 reist das Orchester, in dem etwa 70 Musiker aktiv sind, mit seinem Dirigenten Karl-Heinz Willger und dem ersten Vorsitzenden Erwin Berens nach Namibia. Neben zwei Konzerten geht es auch diesmal um einen guten Zweck: 600 Hemden, eine Spende des Unternehmens Siegenia Aubi, gehen an eine Behinderteneinrichtung für Autisten. Kinderkleidung, Spielsachen, Reinigungsmittel und Geld soll der Kindergarten Golgotha erhalten. Beide Einrichtungen liegen in der namibischen Hauptstadt Windhoek. Das Geld dafür, insgesamt rund 15 000 Euro, kam durch Einnahmen der Orchesterauftritte zusammen. cweb

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