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Jungwinzer von Saar und Obermosel werden ausgezeichnet

Weinfest : Jungwinzer präsentieren sich in historischer Kulisse

Zum dritten Mal werden die besten Nachwuchs-Weinbauern an Saar und Obermosel gekürt. Diesmal stellen sich die Finalisten im Roscheider Hof vor und beenden damit eine Tradition.

Weingenuss ist der Titel einer kulinarischen Veranstaltung, die sich vielversprechend anhört. Die Stadt Konz bietet am Freitag, 29. Juni, ab 19 Uhr Live-Cooking und -Musik im  Freilichtmuseum Roscheider Hof an. Die Veranstaltung ersetzt das  Festdinner im Kloster Karthaus. Mit diesem Dinner wurde in den vergangenen Jahren das Konzer Heimat- und Weinfest immer donnerstags vor dem Fest am dritten Juli-Wochenende eröffnet. Der Konzer Bürgermeister Joachim Weber sagt zu der Veränderung: „Das ist der Versuch, die historische Kulisse des Freilichtmuseums zu beleben.“ Zudem werde das Heimat- und Weinfest dadurch ein wenig entzerrt, beschreibt Weber die Absichten des Organisationsausschusses.

Die Stars an dem Abend im Freilichtmuseum sind vier junge Winzer – es sind jeweils die zwei besten von der Saar und von der Obermosel. Sie wollen den Titel Jungwinzer des Jahres für ihren jeweiligen Bereich gewinnen und steuern die Weine für das Essen bei, das Köche des Nitteler Hofs zubereiten. Zwei von den jungen Winzern kommen aus dem kleinen Weinörtchen Fellerich, einem Ortsteil von Tawern: Michael Biewers (39) und Peter Greif (34) mit ihren gleichnamigen Weingütern repräsentieren die Obermosel. Biewers macht zum zweiten Mal mit, und Greif war schon Jungwinzer des Jahres an der Obermosel  – bei der ersten Ausgabe des Wettbewerbs vor drei Jahren.

Durchaus erfahren sind inzwischen auch die Teilnehmer von der Saar: Peter Thelen (30), Betriebsleiter des Weinguts Willlems und Willems, und die drei Geschwister vom Weingut König Johann, Sarah (22), Nicole (22) und Dennis (26) Schmitt, in Konz-Filzen, konkurrieren um den Titel an der Saar. Thelen war im ersten Jahr schon Finalist. Das Schmitt-Geschwister-Trio ist amtierender Titelträger an der Saar. Wer diesmal gewinnt, wird am Auftaktabend des Heimat- und Weinfests in Konz bekanntgegeben am Freitag, 13. Juli. Alle vier Finalisten haben sich bei einer Blindverkostung von vier bis sechs Weinen ihrer Güter gegen sechs Konkurrenten durchgesetzt. Beurteilt wurden sie von professionellen Weinverkostern der Landwirtschaftskammer. Finalist und Ex-Jungwinzer des Jahres Peter Greif (34) sieht dabei alle Teilnehmer auf gleich hohem Niveau: „Die Weinqualität ist komplett gut, sie unterscheiden sich nur in Nuancen.“ Winzer Maximilian von Kunow vom Weingut von Hövel bestätigt das. Der Oberemmeler organisiert den Wettbewerb mit und sagt sogar: „Die Qualität der Weine wird immer besser von Jahr zu Jahr.“ Dass der Zusammenhalt der jungen Winzer nicht nur auf den ersten Eindruck gut ist, bestätigen alle Teilnehmer. Anders als früher arbeite man eher zusammen als gegeneinander, sagt Greif.

Sarah Schmitt sieht das genauso. Sie steht nicht nur im Finale des Jungwinzerwettbewerbs, sondern konnte eine weitere Jury bei einer Blindverkostung überzeugen. Deshalb wurde sie zusammen mit ihren Geschwistern als zehntes Weingut für die zweite Ausgabe des Klang-und-Glanz-Festivals am Wiltinger Saarufer (4. und 5. August) ausgesucht.

„Ich gönne den Sieg jedem Jungwinzer an der Saar“, sagt die 22-jährige Ex-Saar-Obermosel-Weinkönigin. Es sei wichtig, dass die kleineren von Familien geführten Güter sich gegen die Konkurrenz der Großen wie zum Beispiel Van Volxem behaupten könnten. Greif und Schmitt meinen, dass ihre Weingüter von dem Titel profitiert haben. Beide berichten von einer größeren Aufmerksamkeit und Nachfrage bei Kunden in der Region durch den Erfolg. Der Fellericher erzählt, dass nach dem Erfolg ein Restaurant seine Weine angefragt habe.

Peter Thelen (30), der auch zum zweiten Mal teilnimmt, sieht den Wettbewerb ebenfalls positiv: „Der Wettbewerb ist für unbekannte Weingüter eine schöne erste Plattform, um die Sichtbarkeit vor Ort zu stärken.“ Aber er hat auch eine Anregung, wie man noch mehr Winzer zur Teilnahme bringen könnte: „Vielleicht könnte man dem Gewinner noch mehr bieten – zum Beispiel eine Teilnahme am Saar-Riesling-Sommer.“ Dieses Jahr wird der Saar-Riesling-Sommer vom 24. bis zum 26. August gefeiert. Die Veranstaltung hat sich in den vergangenen Jahren etabliert und zieht Menschen aus ganz Deutschland und Europa in die Region.

Vielleicht könnten die Macher des Weinwettbewerbs mit solch einem attraktiven Gewinn auch Jungwinzer aus der Verbandsgemeinde Saarburg für die Teilnahme begeistern. Denn diesmal waren alle zehn Teilnehmer aus der VG Konz, obwohl auch rund um Saarburg der ein oder andere Winzer unter 40 Jahren hochwertige Wein produziert und teilnehmen dürfte. Finalist Michael Biewers meint: „Ich fände es gut, wenn alle mitmachten.“