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Jury verteilt viel Lob in Mandern

Jury verteilt viel Lob in Mandern

Den Sieg auf Kreisebene hat Mandern beim Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft schon geschafft und sich damit für den Gebietsentscheid in der Region Trier qualifiziert. Auch in dieser zweiten Runde nimmt eine Jury die Gemeinde in Augenschein. Gestern haben die Experten ihren Rundgang durch den Hochwaldort gemacht und dabei viele Komplimente verteilt. Was die wert sind, ist aber erst am 4. Juli klar.

Mandern. Vom Kindergarten bis zum Friedhof, von der Baustelle für den Dorfladen bis hin zu zwei leerstehenden Ruinen mitten im Ort. Das sind am Dienstag vier von einigen weiteren Stationen, die die Kommission des Wettbewerbs Unser Dorf hat Zukunft bei ihrem Rundgang durch Mandern ansteuert. Begleitet wird die sechsköpfige Expertengruppe unter der Leitung von Dirk Görgen von etwa 30 Bürgern.
Nach 30 Jahren Pause hat Mandern 2014 erstmals wieder am landesweiten Wettstreit der Dörfer teilgenommen. Früher kam es dabei auf den schönen Schein, auf blühende Blumenbeete und schmucke Häuserfassaden an. Doch seit er den Titel Unser Dorf hat Zukunft trägt und Punkte in fünf verschiedenen Kategorien vergeben werden, sind auch "innere" Werte gefragt. So haben das bürgerschaftliche Engagement in einem Ort, Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen nun ein großes Gewicht.
Dass Mandern in diesen Bereichen einiges zu bieten hat, wurde dem Dorf mit seinen 920 Einwohnern erst kürzlich bescheinigt. Denn auf Kreis-Ebene hat eine Jury den Ort im Mai zum Sieger in der Hauptklasse gekürt.
Deshalb hat gestern in der zweiten Runde eine personell anders besetzten Expertengruppe das Dorf erneut unter die Lupe genommen.
Über die Grenzen des Hochwalds hinaus ist Mandern bekannt, weil im Ortsteil Niederkell das Bilstein-Werk steht. Der Stoßdämpfer-Hersteller ist einer der größten Arbeitgeber der Region. Etliche der 1000 Beschäftigten wohnen in Mandern. Das Dorf hat eine schöne Lage im Naturpark Saar-Hunsrück. Was im Ort aber gänzlich fehlt, ist eine Einkaufsmöglichkeit.
"Wir waren uns als Gemeinde einig, dass sich das ändern muss", betont Noch-Ortschef Martin Alten (CDU), der bald Bürgermeister der VG Kell wird. Deshalb investieren die Manderner zurzeit rund 600 000 Euro, um das Gebäude einer früheren Bäckerei zu sanieren.
Dorfladen öffnet Ende 2014


Ende des Jahres soll darin der an eine Betreiberin verpachtete Dorfladen öffnen. Im Untergeschoss richtet die Gemeinde ihren Bauhof ein. Danach steht für den künftigen Ortschef Tim Kohley (CDU) sowie den neu formierten Rat schon das nächste Großprojekt vor der Tür. Zwei benachbarte Häuser im Ortskern sollen so umgebaut werden, dass dort eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für Senioren eingerichtet werden kann. Noch steht die Gemeinde erst am Anfang der Planungen. Vom Ansatz her kommen Ideen wie diese bei der Jury gut an. "Die Gemeinde hat einige Projekte schon angegangen, und sie hat andere wichtige Themen erkannt", so Görgens Urteil. Dem schließt sich Jury-Mitglied Marie-Luise Niewodniczanska an. Sie lobt Mandern als "interessantes Dorf mit vielen schönen Sachen."
Das Ergebnis des Gebietsentscheids wird die Jury am 4. Juli bekanntgeben (siehe Extra). Alten und Kohley sehen diesem Termin gelassen entgegen. Denn, so der noch amtierende Gemeindechef: "Wenn es mit der Qualifikation für den Landesentscheid klappen würde, wären wir natürlich froh. Wenn nicht, sind wir aber auch nicht traurig. Unsere Intention, beim Wettbewerb mitzumachen, lag nicht darin, einen Durchmarsch zu starten. Uns ging es darum, von der Jury Anregungen zu bekommen, was wir hier noch verbessern können."Extra

Beim Gebietsentscheid der Region Trier misst sich Mandern in der Hauptklasse mit sieben anderen Konkurrenten. Es sind die Orte Dasburg (Verbandsgemeinde Arzfeld), Meckel (VG Bitburg-Land, alle Eifelkreis Bitburg-Prüm), Betteldorf (VG Daun), Neroth (VG Gerolstein, beide Landkreis Vulkaneifel), Wasserliesch (VG Konz) sowie Ruschberg und Siesbach (beide Kreis Birkenfeld). Drei dieser Orte qualifizieren sich für die Teilnahme am Landesentscheid Rheinland-Pfalz. ax