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Kabarettist Günter Nuth gewinnt in Hermeskeil Katastrophen ihre komischen Seiten ab

Kabarettist Günter Nuth gewinnt in Hermeskeil Katastrophen ihre komischen Seiten ab

Der ehemalige Berufsfeuerwehrmann Günter Nuth aus Düsseldorf arbeitet seine Erfahrungen mittlerweile im komischen Fach auf. Im Rahmen der Reihe "Hermeskeiler Kultur(er)leben" präsentierte der Kabarettist daher Geschichten aus dem "Blaulichtmilieu". Passender Veranstaltungsort dafür war die Fahrzeughalle des Feuerwehr-Erlebnis-Museums. Rund 100 Zuhörer wollten dort wissen, was an Katastrophen so komisch ist.

Hermeskeil. Kultur, bei der es auf amüsante Art und Weise im wahrsten Sinn des Wortes um brandheiße Geschichten geht: Das wurde rund 100 Zuhöretn bei einem Kaberettabend im Hermeskeiler Feuerwehrerlebnismuseum geboten. Dort lieferte Günter Nuth bei seinem Auftritt den Beweis, dass sich auch Katastrophen komische Seiten abgewinnen lassen. 35 Jahre lang rettete Nuth als Berufsfeuerwehrmann in Düsseldorf Menschenleben. Jetzt will der 63-Jährige bei seinen Zeitgenossen den Humor wiederbeleben.
Mitten in der historischen Feuerwehrtechnik auftreten, fand Nuth spannend, und deshalb bewarb er sich beim Vorsitzenden des Fördervereins, Christoph Unger, um ein Gastspiel. Das passte gut ins Konzept der neuen Reihe Hermeskeiler Kulturerleben, die früher Kulturherbst hieß. "Für diesen Abend sind Leute extra aus Kaiserslautern gekommen", freute sich Unger über die gute Besucherresonanz. Das bringe sowohl der Stadt als auch dem Museum was.
Der ehemalige Retter Nuth hat in seiner Laufbahn viel Elend gesehen. "Ich war 20 Jahre lang in einem Betreuungsteam für Kameraden, die aus Extremeinsätzen kamen", sagte er im TV-Gespräch. Nach seinem aktiven Dienst fand er: "Jetzt wäre es doch sinnvoll, das Gegenteil zu machen und Leute zum Lachen zu bringen."Zimmerbrand in fünf Akten


Nuth holte sich mit Regisseurin Barbara Theobald aus Köln eine Fachfrau, besuchte Workshops fürs Gagschreiben und ging vor drei Jahren mit seinem Programm "Rett' ich alles" erstmals auf Deutschlandtournee. Sein zweites Programm, Feuer und Schweiß", ist bereits fertig. Immer geht es um skurrile Ereignisse aus dem "Blaulichtmilieu". Selbstironie ist dabei stets Teil des Konzepts. Zum Beispiel, wenn Nuth darstellte, wie es in einer Rettungswache zugeht und wie die Helfer bei Einsätzen den merkwürdigsten Exemplaren von Mensch oder Tier begegnen.
Am Schluss schlüpfte Nuth in alle möglichen Rollen. Er berichtete aus der Sicht des Feuerlöschers, des Wassers, des Hydranten und des Rauchmelders, von einem Zimmerbrand in fünf Akten. "Ich finde den Künstler toll und habe viel gelacht", freute sich Zuschauerin Ursula Klaas. Auch Martin Schmitt war begeistert: Als Zugabe staunte das Publikum, als Nuth einen erotischen Tanz an der Rutschstange zeigte.