Kämpfen mit dem Mut der Verzweiflung

Kämpfen mit dem Mut der Verzweiflung

Die Greimerather Grundschule steht vor der Schließung. Das nehmen Eltern, Kinder und Lehrer nicht hin und protestieren mit Musik.

Greimerath Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Das ist das Motto von Eltern, Lehrern und Schulträgern, mit dem sie für den Erhalt der Grundschule in Greimerath kämpfen. Sie gehört zu den 41 Grundschulen im Land, die nach den Leitlinien des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums für ein wohnortnahes Schulkonzept auf dem Prüfstand stehen (der TV berichtete).
Die Schließung der Schule, in der insgesamt 25 Schüler in zwei altersgemischten Kombiklassen unterrichtet werden, steht somit bevor. Doch das wollen die Greimerather nicht akzeptieren. Unterstützt vom Förderverein und dem Schulelternbeirat protestierten die Greimerather Kinder. Zahlreiche Gäste kamen und spendeten ausgiebig Beifall, als es lautstark hieß: "Lasst uns unsere Schule!" Die Kinder sangen mit einem entsprechenden Logo im Hintergrund einen Protestsong, der derzeit an allen betroffenen 41 Schulen verbreitet wird.
"Sag mir, wo die Kinder sind", war der bezeichnende Titel (nach dem Original "Sag mir, wo die Blumen sind"). Für Helga Dohm-Witt vom Elternbeirat profitieren die Kinder an einer kleinen Schule davon, "dass man sich gezielt um sie kümmern kann. Kleine Menschen brauchen kleine Räume. Die Vorstellung, unsere Kinder schon im Vorschulalter nicht mehr aktiv im Ort zu erleben, ist sehr traurig." Die Schule bereichere das tägliche Leben und stärke die Verbundenheit der Schulkinder im Ort.
"Wir haben eine Petition an den Landtag übergeben", informierte der Vorsitzende des Regionalelternbeirates, Rainer Schladweiler. "Es hat mich enttäuscht, in welch geringem Ausmaß die Abgeordneten auf das Votum unserer Bürger eingehen. Auch das sind Gründe, die eine politische Wahl beeinflussen können."
Ende Mai hatten die Initiatoren einer Online-Petition in Mainz mehr als 25 000 Unterschriften gegen die drohenden Schließungen eingereicht. Ortsbürgermeister Edmund Schmitt kann die beabsichtigte Schließung nicht nachvollziehen. "Wir haben eine sehr gute Nachmittagsbetreuung", sagt er. "Das unterscheidet uns von vielen anderen Schulen. Turnhalle und Sportanlage befinden sich in unmittelbarer Nähe. Die Schule wurde von uns stetig renoviert und ist in einem sehr guten Zustand. Es hat da nie einen Sanierungsstau gegeben." Auch kommunalpolitisch sieht er Einbußen. "Ohne unsere Schule würde unser Baugebiet weniger attraktiv werden."Extra: NEUE LEITLINIEN UND KONZEPTE


Das Bildungsministerium hat Anfang des Jahres neue Leitlinien zum wohnortnahen Grundschulangebot veröffentlicht und landesweit 41 kleine Grundschulen auf eine Prüfliste gesetzt. Im Fokus stehen dabei Schulen mit weniger als drei Klassen, weil sie von der gesetzlich geforderten Mindestgröße abweichen. Eine der betroffenen Schulen ist die Grundschule in Greimerath. Alle betroffenen Schulleitungen wurden aufgefordert, in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Schulträger bis zum 30. September ein Konzept vorzulegen, wie sie langfristig ein ausreichendes Schulangebot sichern wollen. Greimerath sieht die Kriterien für den Erhalt der Schule erfüllt.

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