Kaffee für den Besucher
Bahnhof, Trierer Straße, Neuer Markt, Fußgängerzone: Wie eine Perlenschnur reihen sich die Problemzonen von Hermeskeil von Westen nach Osten aneinander. Die Stadt will diese Kette verschönern. Konkrete Pläne gibt es bereits: Ein Investor will das alte Heimatmuseum umwandeln.
Hermeskeil. "Schrott". Das sehe ein Radfahrer, wenn er über den Ruwer-Hochwald-Radweg in Hermeskeil ankomme, sagte Stadtplaner Klaus Zimmermann den Stadtratsmitgliedern in deren jüngster Sitzung. Schrott in Form ausgedienter Loks, Waggons und Gebäude im Bahnhofsbereich der Hochwaldstadt. Und Zimmermann legte noch einen drauf: "Wenn Sie am Bahnhof nichts machen, ziehen Sie am besten einen Bauzaun hoch. Damit man nichts mehr sehen kann."Harte Worte, die Zimmermann bei der Vorstellung seines Innenstadtkonzepts für Hermeskeil vorstellte. Prompt reagierten SPD-Fraktionschef Sigurd Hein und Stadtbürgermeisterin Ilona König (CDU). "Das ist kein Schrott", sagte Hein. Aber auch wenn die Beschreibung des Dampflokmuseums nicht zutrifft: Zimmermanns Analyse des Bahnhofsgeländes, wo künftig der Radweg enden wird, der Trierer Straße ("viel eingebüßt"), dem "Neuen Markt" und der Fußgängerzone ("nicht mehr so ganz, wie man sie sich vorgestellt hatte") trafen im Rat auf viel Zuspruch. Das Konzept sieht vor, primär das Areal am Bahnhof und den "Neuen Markt" aufzuwerten. Danach stehen eine Verschönerung der Fußgänzerzone und langfristig eine Aufwertung der Trierer Straße als Verbindungsstück auf dem Plan. Zimmermann erläuterte, welche Verbesserungen möglich seien: Ein Café am Bahnhof für ankommende Radfahrer sowie "hochwertige Bebauung", die Sanierung von Privathäusern in der Trierer Straße, die Schließung von Baulücken, etwa am Donatusplatz, oder die Umwandlung des Gefängnisses am "Neuen Markt" zum Hotel. Für den Platz regte Zimmermann eine "Museumslandschaft" an. Das Konzept sieht weiterhin Überquerungshilfen am Innenstadtring, zusätzliche Bepflanzungen und schließlich eine geordnete Einzelhandelsentwicklung vor. Feuerwehrautos im Heimatmuseum
BFB-Sprecher Udo Moser forderte, sich nicht allein auf die Fußgängerzone zu konzentrieren. "Wir müssen zu einer anderen Innenstadt kommen." Besucher sollten über Donatusplatz, Fußgängerzone und Saarstraße zum Bummeln eingeladen werden.Einstimmig billigte der Rat schließlich das Innenstadtkonzept. Bei den Händlern stößt es ebenfalls auf Zustimmung. "Es ist sehr positiv, dass sich was bewegt, auch wenn noch konkrete Maßnahmen fehlen", meint Angelika Kohlhaas, Sprecherin des Hermeskeiler Gewerbeverbands. König erklärte, man stehe noch am Anfang. Bis 2008 soll aber das Bahnhofsgelände neu gestaltet sein.Immerhin: Eine konkrete Lösung gibt es schon jetzt für das alte Heimatmuseum. Investor Wolfgang Schäfer aus Schillingen will das seit Jahren leer stehende Gebäude am "Neuen Markt" mit dem Landesfeuerwehrmuseum und Gastronomiebetrieb ausstatten. Der Stadtrat gab für den Vorentwurf grünes Licht. Ausführlicher Bericht dazu folgt. Aus dem Stadtrat Bebauungspläne: Für das geplante Neubaugebiet "Ober der Schule" im Stadtteil "Abtei" wird ein Bebauungsplan aufgestellt. Im Stadtteil "Höfchen" werden im geplanten Baugebiet "Ober der Hirtenwiese" nach Anhörung von Behörden und Bürgern nur 24 statt ursprünglich 45 Baugrundstücke ausgewiesen. Friedhof: Wie breit eine Wahl-Doppelgrabstelle sein darf, steht künftig in der Friedhofssatzung: 2,20 Meter. Entsprechende Regelungen auch für Reihengräber waren bislang nicht niedergeschrieben worden. Beschluss verschoben: Der Rat sieht noch Klärungsbedarf hinsichtlich der künftigen Mitgliedschaft im Trägerverein Jugendzentrum Hermeskeil sowie der neuen Ausbaubeitragssatzung. (mc)