Kaiserwetter und Kaiserschmarren

Höfisches Leben auf der Grimburg: Anlass war der Besuch von Kaiser Maximilian I. vor 500 Jahren. Daran hat der Förderverein Burg Grimburg mit einem großen Fest erinnert. Rund 300 Besucher feierten mit und genossen den Aufwand, der betrieben wurde, wenn ein solch hoher Gast ankam.

Grimburg. Auch ein Kaiser braucht mal eine Abwechslung vom Regierungsgeschäft. 1512 gab es in Trier einen Reichstag. Maximilian I. entspannte zwischendurch bei der Jagd rund um die Grimburg. Es war wohl einer der höchsten Gäste, die je auf dieser Landesburg der Trierer Erzbischöfe zu Besuch waren.
Mit dem Vorsitzenden des Fördervereins Burg Grimburg, Michael Hülpes, hoch zu Ross, eine Leibgarde mit Rittern, höfischem Gefolge und natürlich nicht ohne einen Falkner wurden die Szene des Einzugs und ein Fest auf der Burg nachgestellt. Ritter Richard von Kimbelstein alias Herbert Pütz sorgte für die richtige Ausstaffierung der historischen Gestalten.
Maximilian I. trägt auch den Namen "der letzte Ritter". "Das liegt an seiner Pflege des Schwertkampfes und der Lust an der Jagd mit Falken", erklärt der Kaiser-Darsteller, der für einen Tag als einfacher Verbandsgemeindebürgermeister das höchste Amt im mittelalterlichen Deutschland genoss.
Historische Amtsleute versorgten die hochrangige Delegation bei einem Festmahl mit allerlei Gaumenfreuden, deren Rezepte jedoch nicht authentisch aus dem Mittelalter stammten. Darunter ein Kaiserschmarren, der passte aber vom Namen her so schön. "Das Rezept steht auf der Internetseite www.grimburg.de";, informierte Mitorganisatorin Iris Schleimer die rund 300 Gäste des historischen Tages.
Mittelalterliche Handwerkskunst, die Waffen der Ritter, darunter eine Kanone, wie sie im Pfalz-Zweibrücker-Krieg 1462 zum Einsatz kam, und eine Apotheke waren zu sehen. Kinder konnten Schilder und Schwerter bauen, und über allen schwebte der Falke von Janine Houston vom Saarburger Greifvogelpark.
Mit viel Musik wurde gefeiert. Die Jagdhornbläser Grimburg begleiteten den Gottesdienst von Franziskanerpater Ulrich, der predigte: "Gott ist bei allem, was schön ist. Bei einem fröhlichen Fest ist er erfahrbar."
Die Dudelsackklänge der Chock Fitters Pipe Band aus Sitzerath überwanden von den alten Kelten bis zu Beethovens Ode an die Freude Jahrtausende. Kaiserliche Unterhaltung kam auch von den Spielleuten der Pipes n\' Strings aus Sirzenich mit historischen Instrumenten.
Die Moderation hatte die Fantasiefigur des Paters Nichtsnutzius vom Orden der zu tröstenden Frauen, Michael Ganser aus Daun, übernommen. Dem "gemeinen Volk" gefiel\'s. Marlies Schramm (70) aus Greimerath hatte den Weg zur Burg wandernd zurückgelegt und fand: "Hier fühlt man sich ins Mittelalter zurückversetzt."

Extra

Maximilian I. von Habsburg, genannt der letzte Ritter, geboren am 22. März 1459 in der Wiener Neustadt, gestorben am 12. Januar 1519 in Wels, Oberösterreich, war ab 1477 Herzog von Burgund, ab 1486 deutscher König, ab 1493 Erzherzog von Österreich und ab 1508 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Die Burg Grimburg wurde 1190 erstmals urkundlich erwähnt. Sie war lange Zeit auch Kommunalverwaltung und Gerichtsstand für mehr als 40 Dörfer der Region. Quelle: wikipedia/doth