Kampf dem "Feelingkiller"

"Lasst Märchen leben" forderten 114 Kinder in der Inszenierung der Theater-AG der Grundschule Irsch "Super Mario und das vergessene Märchenbuch" in der Saarburger Stadthalle. Elektronische Spiele einmal liegenzulassen und stattdessen mehr Fantasie walten zu lassen - darum geht es in dem Stück von Maja Brandscheit.

Saarburg/ Irsch. (doth) Wenn die Comicfigur Super Mario "wii'n Irrer" durch Playstation und X- Box saust, bleibt auf Dauer die Fantasie der jungen Nutzer auf der Strecke. Mit der Aufforderung "Lasst Märchen leben" setzten 114 Kinder auf der Theaterbühne der Stadthalle Saarburg dem "Feelingkiller" zu, der seine Macht über die Fantasie der Kleinen verlieren sollte. In prachtvollen Kostümen wurden die Figuren aus Märchen von Hans Christian Andersen oder den Gebrüdern Grimm lebendig. "Super Mario und das vergessene Märchenbuch" ist das neueste Stück der Leiterin der Grundschule Irsch, Maja Brandscheit. Der theaterbeflissenen Pädagogin ist keine Anstrengung zu groß, auch nicht 114 Kostüme zu nähen, um mit Bühnenstücken Kinder zu selbstbewussten Persönlichkeiten heranwachsen zu lassen und eine Botschaft zu vermitteln. Diesmal war das: Mehr lesen, weniger Bildschirmspiele. Nicht nur zahlreiche Proben gingen der Aufführung voraus, sondern auch eine Lesewoche, in der sich die Schüler mit Märchen intensiv auseinandersetzten, ja es wurden sogar selbst welche geschrieben. Tanz, Gesang, Sprache: Die Kinder der Theater-AG, Vorschulkinder und das Kinderballett der VHS haben seit September ein opulentes Stück eingeübt, das ein großes Publikum begeisterte. Die Saarburger Stadthalle ist bei manch anderem kulturellen Anlass nicht gerade überfüllt. Bei den kleinen Akteuren war der Saal gerammelt voll.

Die Botschaft am Schluss war eindeutig: "Schränkt das Spielen per Knopfdruck ein und schaut öfter mal ins Märchenbuch rein."

Richtig stolz sind Eltern und Großeltern nach einer solchen Aufführung. "Das hat richtig Spaß gemacht", stellte Kathalin Kozak aus Schoden fest. Herbert Schneider aus Irsch ist Opa von Niklas, einem der Zinnsoldaten. "Das erinnert mich an meine eigene Kindheit. Damals waren Märchen noch viel wichtiger", stellte der 70-Jährige nach der Aufführung fest. Tosender Applaus war der Dank von über 300 begeisterten Zuschauern.