Kampf gegen öffentliches Trinken

Konz · Mehr Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum: Seit wenigen Tagen darf in manchen Bereichen der Stadt öffentlich kein Alkohol mehr getrunken werden. Zudem ist das Trinken auch nicht-alkoholischer Getränke aus Glasflaschen und Gläsern untersagt.

Konz. Kaum zeigt das Thermometer eine zweistellige Temperatur, lockt die Sonne die Menschen ins Freie. Nicht selten gibt es dann kleine Straßenfeste, Kirmes oder lockere Treffen am Grill. Doch nicht immer geht das Feiern im öffentlichen Raum gesittet zu. Die Konzer Verwaltung beobachtet bereits seit geraumer Zeit das bunte Treiben beispielsweise am Saar-Mosel-Platz oder in den Schillerarkaden.Jugendliche und junge Erwachsene kommen dort vor allem im Sommer zusammen, um gemeinsam etwas mehr als einen über den Durst zu trinken. "Der Alkohol setzt dann die Hemmschwelle herab", skizziert Karl-Heinz Frieden, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde, das Szenario. Und in der Vergangenheit habe es oft Ruhestörungen, Pöbeleien, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen gegeben - von den unangenehmen Verunreinigungen durch Urin und gefährlichen Scherben von zerschmetterten Glasflaschen ganz zu schweigen.

Um nun wieder Ruhe, Ordnung und Sicherheit in die Brennpunkte von Konz zu bringen, hat die Verbandsgemeinde sowohl den Konsum von Alkohol als auch generell von Getränken aus Glasflaschen in folgenden Bereichen verboten: Saar-Mosel-Platz, Schillerarkaden, Marktplatz, die Parkplätze hinter dem Rathaus und dem Verwaltungsgebäude II, in der Garagenstraße zwischen Kaufland und den Gärten in der Konstantinstraße, in der Parkanlage zwischen Bahnhof- und Saarstraße sowie im Park zwischen Kloster Karthaus und Seniorenwohnheim. Mit dieser Amtshandlung setzt die Verwaltung die Bemühungen fort, die Unruhen an diesen Stellen zu mildern. Bereits seit wenigen Jahren fahre die Polizei verstärkt dort Streife, feiernde Jugendliche würden präventiv angesprochen, Störer mit einem Bußgeldverfahren eingeschüchtert. Diese Maßnahmen waren zwar wirksam, "konnten aber nicht zu einer generellen Deeskalierung beitragen", heißt es in der offiziellen Amtsverfügung. Nun müssen andere Mittel her. Wer beim Verstoß gegen die Amtsverfügung erwischt wird, muss mit einem Zwangsgeld von 50 Euro und Platzverweis rechnen. Und wer das Geld nicht zahlen kann, dem steht womöglich eine Ersatzzwangshaft bevor. Kontrolliert wird das ganze sowohl von der Polizei als auch von Vollzugsbeamten, die zusammen mit privaten Sicherheitskräften unterwegs sind.

Von dem Verbot ausgenommen sind gaststättenrechtlich konzessionierte Flächen. Eine Auszeit hat die Regelung auch während des Konzer Heimat- und Weinfestes und anderer genehmigter Feste. "Wir wollen damit nicht das öffentliche Leben lahm legen", sagt Frieden und betont damit, dass sich das Verbot nur auf bestimmte Bereiche beziehe. Zudem brauche die Verwaltung eine Handhabe gegen die massiven Verletzungen der geltenden Gesetze. Und Markus Schommer vom Ordnungsamt ergänzt: "Die Verfügung wäre nicht nötig, wenn sich bestimmte Gruppierungen nicht entsprechend verhalten würden." Zeitgleich, so Frieden, werde man weiter an präventiven Angeboten für die Jugend arbeiten.

Wie ist ihre Meinung zu dem neuen Verbot? Ist diese Maßnahme gerechtfertigt? Schreiben Sie uns Ihre Nachricht mit maximal 40 Zeilen à 30 Anschläge zusammen mit der Angabe Ihres vollständigen Namens und Ihres Wohnorts per Mail an die Adresse echo@volksfreund.de oder per Fax an 0651/7199-990. Ihr Text sollte uns bitte bis 14 Uhr erreicht haben.

Meinung

Prävention weiter verfolgen

Von Anke Pipke

Ein auf Teile von Konz begrenztes Verbot von Alkoholkonsum und dem Trinken aus Glasbehältnissen soll das neue Mittel sein, mehr Ruhe und Ordnung zu schaffen. Die Frage ist nur, ob sich die Jugendlichen daran halten und nicht auf andere Orte ausweichen. Damit wäre die Problematik nur verlagert. Die andere Reaktion wäre, dass sich einzelne zurückziehen und mit ihrem Alkoholproblem von der öffentlichen Bildfläche verschwinden. Egal wie, man darf sich von dem Verbot nicht zuviel versprechen und muss weiter an der Prävention arbeiten. a.pipke@volksfreund.de