Kampf mit hartnäckigem Altbeton

SCHWEICH. Wegen Problemen beim Abbruch alter Bausubstanz drohte bei der Sanierung der A-602-Hangbrücke bei Schweich eine Verzögerung. Durch gesteigerten Arbeits- und Personalaufwand konnte dies jedoch verhindert werden. Die geplante Fertigstellung im November ist nicht gefährdet.

Der Teufel saß wieder einmal im Detail: Die so genannte Betonkappe - ein massiver Aufsatz auf dem Mittelstreifen der rund 600 Meter langen Brücke - hatte sich dem Abbruchbagger härter als vorhersehbar widersetzt. Das Bauelement zwischen den Fahrspuren dient als Basis für die Mittelleitplanke und gilt bei den Experten als "Verschleißmaterial". Es ist nur Träger für Leitplanken und Verkehrszeichen, die nicht direkt in den Brückenkörper installiert werden sollen. Mehr Personal und längere Arbeitszeiten

Walter Druckenmüller, Leiter der Autobahnmeisterei Schweich: "Durch die Probleme beim Abriss der Betonkappe drohte eine etwa 14-tägige Verzögerung." Diese werde zurzeit aber durch verstärkten Personaleinsatz und längere Arbeitszeiten wieder wettgemacht. Dies bedeutet: Am Verkehrs-Nadelöhr bei Schweich sind nun täglich bis zu 30 Leute im Einsatz. Bei gutem Wetter beträgt die Arbeitszeit zwölf bis 14 Stunden. Auch samstags und sonntags geht der Baubetrieb weiter. Außerdem werden für bestimmte Arbeiten Nachtschichten angesetzt. Während am oberen Ende der Baustelle - quasi über den Dächern von Longuich-Kirsch - sich der Abbruchbagger die letzten Meter des Beton-Mittelstreifens vornimmt, ist weiter unten in Richtung Kenn das staubige Werk längst vollendet. In Sichtweite der Abfahrt Kenn laufen hinter der mannshohen Behelfsabsperrung die Betonier- und Abdichtarbeiten an der neuen Betonkappe zwischen den Fahrbahnen. Ihr unterer Abschnitt ist schon komplett fertiggestellt. Etwas weiter oben kann die noch offen daliegende Stahlarmierung betrachtet werden. Auch an den noch eingerüsteten Überhängen der Fahrbahn sind deutliche Baufortschritte erkennbar. "Bei den Abbrucharbeiten spielte das Wetter keine Rolle. Um so mehr bei den Betonierarbeiten. Und da haben wir zurzeit Glück. Das müssen wir nützen", sagt Druckenmüller. Und während sich gegen 16.30 Uhr wieder der erste Abend-Stau aus Richtung Trier bildet, meint der Baustellenchef: "In der ersten Bauphase im vergangenen Jahr hatten wir hier regelmäßig Staus bis weit hinter die Abfahrt Kenn. Heute ist das selten der Fall. Die Autofahrer haben sich mit gestaffelten An- und Abfahrtszeiten von und nach Trier besser an die Situation angepasst, und die Länge der Staus ist deutlich zurückgegangen." Und lohnt sich das Umfahren der Baustelle über die Ortsdurchfahrten Schweich oder Longuich in Richtung Koblenz? Antwort: In den "leichten" Zeiten über Tag und in der Nacht schon gar nicht, denn dann läuft der Verkehr mit Tempolimit entlang der Baustelle fast immer reibungslos. Und wer in den Hauptverkehrszeiten am Morgen und Abend glaubt, schneller über Schweich voran zu kommen, irrt: Die Fahrt der Umgehung dauert eher länger als das Warten im Stau vor der Baustelle. Aber das ist eher ein psychologischer Effekt: Die Stau-Umfahrer rollen ohne stehen zu müssen - vergessen aber den Zeitvergleich.

Mehr von Volksfreund