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Kann nur ein Missverständnis sein

Kann nur ein Missverständnis sein

Zum Bericht "Wie ein Lied Generationen spaltet" (TV vom 26. November):

Während ich diese Zeilen schreibe, höre ich Eric Claptons "Tears in Heaven". Bewusst habe ich die Melodie dieses Liedes zum ersten Mal bei einem Trauergottesdienst in Riol gehört. Die Nichte meines Mannes - Mutter von zwei kleinen Kindern - war bei einem grauenhaften Unfall vor zweieinhalb Jahren auf der Bitburger Straße ums Leben gekommen. Diese Melodie half mir ein wenig, meine Gedanken in ruhigere Bahnen zu lenken. Den Text dazu kannte ich nicht, bis mir meine Tochter die CD brachte - mit dem von ihr aus dem Englischen ins Deutsche übersetzten Text. Einem Text, der unter die Haut geht, nicht sentimental, nur einfühlsam und leise. Und ausgerechnet dieses Lied, geschrieben von einem Menschen mit einem Herzen voll unendlicher Trauer, soll unpassend gewesen sein für eine würdige Mitgestaltung des Volkstrauertages? Hier kann nur ein Missverständnis vorliegen. Die jungen Leute des Gymnasiums Saarburg wollten Generationen verbinden - nicht spalten. Hätte sich der empörte Herr doch erst einmal den offensichtlich von ihm nicht verstandenen Text übersetzen lassen, bevor er unnötig für Aufregung und Verwirrung sorgte. Es wäre mit Sicherheit eine schöne, versöhnliche Geste, ganz einfach zu sagen: "Sorry! War ein Missverständnis."

Gisela Palm, Saarburg

TRAUER