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Kann sich das Projekt Nationalparkbus zum Erfolgsmodell entwickeln?

Neuhütten-Muhl/Birkenfeld : Nationalparkbus soll keine Eintagsfliege sein

Kann sich das Projekt zu einem Erfolgsmodell entwickeln? Nach dem Auftakt im Mai ist der Bus nun ein zweites Mal aufgebrochen, um seinen Fahrgästen die Schönheiten des Nationalparks Hunsrück-Hochwald näherzubringen.

Die Vorzeichen haben sich gegenüber Mai, als der Nationalparkbus Premiere feierte, geändert. Hatte das Nationalparkamt beim Auftakt im Frühjahr noch das Steuer in der Hand, war es nun der zertifizierte Nationalparkführer Michael Brzoska aus Bundenbach (Landkreis Birkenfeld), der sich um die Organisation der zweiten Fahrt gekümmert hat. So war es von Anfang an auch geplant. Harald Egidi, Leiter des Nationalparkamts in Birkenfeld, hatte dies bereits im Mai berichtet. Man wolle bei dem Projekt Starthilfe leisten, dann aber die Organisation dem Nationalparkführer und den Touristikern der Nationalparkregion übertragen.

Nationalparkführer Brzoska ist mit dem Ablauf der zweiten Bustour, die an Allerheiligen um 11 Uhr an der Wildenburg in Kempfeld startete, zufrieden. „25 Interessierte waren mit von der Partie, 40 hätten Platz gehabt“, sagt der Bundenbacher. Es hätten gern einige Teilnehmer mehr sein können, kann man dem Tonfall seiner Stimme entnehmen. Diejenigen, die dabei waren, waren laut Brzoska auf jeden Fall begeistert. Zunächst ging es auf den Erbeskopf, wo die Windklang-Skulptur besichtigt und der atemberaubende Blick in die Ferne bestaunt wurde. Punkten konnte auch Marco Best, der neue Pächter des Hunsrückhauses. Er hatte Erbsensuppe vorbereitet.

Nächste Station war der Ringwall bei Otzenhausen. Der Kenner Michael Koch führte einen Teil der Teilnehmer durch das neue Keltendorf, mit den restlichen Besuchern wanderte Nationalparkführer Brzoska zum Ringwall. Später ging’s wieder zurück zur Wil-  denburg. Dort klang gegen Abend bei einem Lagerfeuer mit Tee, Glühwein und Würstchen die rund siebenstündige Tour langsam aus.

Es sei eine super Sache gewesen, sagt Brzoska – „weil ich von unserem Nationalpark überzeugt bin“, fügt er hinzu. Er denkt, dass der Nationalpark noch viel stärker nach innen vermarktet werden müsse. „Und solche Bustouren tragen dazu bei, die Akzeptanz in der Region zu stärken“, betont der Bundenbacher. Gleichzeitig seien solche Touren für das Nationalparkamt eine hervorragende Möglichkeit, Infos zu vermitteln. Gleichwohl empfindet es Brzoska als unglücklich, das komplette Risiko einer solchen Tour allein zu tragen. „Werbung, Koordination des Programms, Organisation der Mahlzeiten, Akquise der Referenten, Annahme der Anmeldungen, Rechnungsstellung und deren Überprüfung – all dies und noch mehr ist an mir hängen geblieben“, sagt Brzoska.

Der Nationalparkführer sagt unmissverständlich: „Wenn sich bis zu einem gewissen Datum nicht mindestens 20 Leute angemeldet haben, muss die Tour eben abgesagt werden.“ Er wünscht sich, dass ein solches Projekt auf mehrere Schultern verteilt wird. Brzoska würde sich freuen, wenn an der nächsten Tour Touristiker und Vertreter der zahlreichen, auch gastronomischen Partnerbetriebe teilnehmen würden.

„Es kann nie schaden, sich aus erster Hand Informationen über die Region und den Nationalpark zu besorgen“, bekräftigt der Nationalparkführer. Er hat da besonders die Gastrobetriebe im Blick, will diese für das Projekt gewinnen. „Es kann ja nicht sein, dass ich vor einer solchen Tour erst noch alle möglichen Gaststätten und sonstige Restaurationsbetriebe abklappern muss“, so  Brzoska. Dem Wanderführer aus Bundenbach schwebt für die Organisation der Bustour eine Koordinationsstelle vor. Für Brzoska wäre es schön, wenn diese Stelle beim Nationalparkamt angesiedelt werden könnte. Das Projekt Nationalparkbus sei sicherlich ausbaufähig. „Und ich werde es auf jeden Fall weiterhin unterstützen“, betont Brzoska unmissverständlich. Nationalparkamtsleiter Egidi und seine Frau haben, wie er sagt, die Tour sehr genossen. „Wir sind als Nationalparkamt sehr froh, dass der Nationalparkbus einerseits fortgesetzt wird, andererseits aber dieses Angebot nun in privater Trägerschaft läuft. Es ist in meinen Augen eine Win-win-Situation und eine weitere Gelegenheit der Zusammenarbeit zwischen Nationalparkführern und dem Nationalparkamt.“ Egidi geht davon aus, dass die nächste Fahrt im Herbst ansteht. „Wir sammeln bereits Ideen, welche Orte angefahren und welche Themen bespielt werden können. Die Organisation der Tour selbst hat sich meines Erachtens in der privaten Trägerschaft bewährt, da wir als Behörde hier nicht unternehmerisch tätig sein können. Der nun eingeschlagene Weg sollte in dieser Form fortgesetzt werden.“