Kapelle im Visier der Randalierer

Rußflecken, verkokeltes Papier und Wachsspuren an der Altarfigur auf dem Boden und an den Wänden zeugen von dem Vorfall vor wenigen Tagen in der Löschemer Kapelle. Seit Jahren ist sie Ziel von Vandalismus.

 Mit Wachs wurde die Jesus-Figur überschüttet.TV-Foto: Anke Pipke

Mit Wachs wurde die Jesus-Figur überschüttet.TV-Foto: Anke Pipke

Wasserliesch. So langsam wissen sie nicht mehr, was sie machen sollen. Die Aktiven im Wasserliescher Pfarrverwaltungsrat und Ortsbürgermeister Herbert Rausch sind mehr als verärgert über die Randalierer, die zum wiederholten Male in der Löschemer Kapelle hoch über der Obermosel-Gemeinde gewütet haben. Schon vor drei Wochen hatten es Unbekannte auf die Altarfigur abgesehen und Wachs auf sie geschüttet. Diesmal haben die Täter vermutlich am Oster-Wochenende zusätzlich ein kleines Feuer hinter der Tonfigur entfacht. Rußspuren und verkokelte Pappreste lassen darauf schließen, dass auch die Schachteln, in denen kleine Opferkerzen aufbewahrt werden, angezündet wurden. Das Feuer hat deutliche Spuren an der Pietà hinterlassen, der rückwärtige Lack ist wegen der großen Hitze in Mitleidenschaft geraten, die Notwendigkeit einer Restauration nicht ausgeschlossen.

Die Wasserliescher kennen das Problem mit den Randalen in und um die Kapelle schon seit Jahren. "Vor zwei Jahren wurde eine Kirchenbank angezündet", erzählt Margot Harig vom Pfarrverwaltungsrat. Auch das Steinkreuz neben der Kapelle wurde damals zerstört. "Im letzten Jahr wurde ein Mooskreuz in der Kapelle bepinkelt", zählt Harig weiter auf. Die Spuren seien heute noch im Sandstein sichtbar. "Die bekommt man gar nicht mehr weg." Und damit noch nicht genug: Auch das Jesuskind in der Figur, die über dem Eingangstor steht, wurde beschädigt. Auf unbekannte Art und Weise wurde ihm der Kopf abgeschlagen.

Für Margot Harig steht fest: "Das sind keine Dumme-Jungen-Streiche mehr." Die Täter können keine Kinder mehr sein, sagt sie. Allein dass der Wachs über die Altarfigur gekippt werden konnte, lasse auf eine größere Person schließen. Und auch Rausch hat eher Jugendliche im Visier, die mit Mopeds und Autos zur Kapelle fahren und sich abends dort ungestört treffen und "amüsieren". "Wir haben keine Hinweise auf die Täter", sagt Rolf Welsch von der Konzer Polizeiwache. Auch Zeugen seien ihm nicht bekannt. In Zukunft wolle die Polizei allerdings verstärkt an der Kapelle kontrollieren.

Das ist offenbar die einzig mögliche Abwehrmaßnahme. "Wir können die Kapelle nicht schließen", sagt Rausch. Viel zu oft sei sie wegen des weiten Ausblicks übers Moseltal ein Ausflugsziel für Einheimische und Touristen. Auch ein Gitter rund um den Altar hält Harig für nicht sehr vielversprechend: "Da klettern sie rüber."

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die Übeltäter irgendwann auffallen. Wer Hinweise auf die Täter geben kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 06501/92680 bei der Konzer Polizeiwache zu melden.

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