1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Karnevalsverein Flontaboach Schillingen-Heddert feiert Jubiläum: elf Jahre

Karneval : Flontaboach Schillingen-Heddert feiert närrisches Jubiläum

Der Karnevalsverein geht in seine 11. Session. Das närrische Jubiläum konnte mit der Prinzenproklamation starten. Aber ob es weitergeht, ist offen.

Coronaviren haben keinen Humor, aber offensichtlich ein Gespür für Timing, jedenfalls, wenn es ums Feiern geht. Die Proklamation seiner Prinzenpaare, Charlotte II. (10), Illja I. (11), sowie Xenia I. und Tobias I. konnte der Karnevalsverein Flontaboach Schillingen-Heddert gerade noch über die Bühne bringen, da tauchte die neue Corona-Variante Omikron auf. Jetzt hängt es vom weiteren Pandemieverlauf ab, ob die Session fertig gefeiert werden darf – oder ob schon weit vor Aschermittwoch wieder alles vorbei ist.

Dabei will der für närrische Verhältnisse junge Verein mit seinen elf Jahren in dieser Session sein erstes richtiges Fastnachtsjubiläum feiern. Gerade wird eigens dafür ein neues Bühnenbild entworfen, mit Wahrzeichen wie dem Flechfelsen, der Burg Heid und dem Wappentier, dem Seepferd August.

„Der Verein entstand vor elf Jahren aus der Arbeitsgemeinschaft Schillinger und Hedderter Vereine“, erklärt Ortsbürgermeister und Vorstandsmitglied Markus Franzen. Karneval sei zwar organisiert worden, aber nicht so gut, wie das ein spezialisierter Verein kann.

Gegründet wurde der Verein am 8. Oktober 2010 mit 25 Mitgliedern. Noch im selben Jahr konnte die Zahl um weitere 18 gesteigert werden. Mittlerweile hat der Verein 126 Mitglieder, darunter 50 Gardemädchen und –jungs, Büttenredner, Schauspieltalente und vor allem viele fleißige Helfer. Als Namensgeber dient der Flontaboach (Mundartschreibweise für Flonterbach), der durch Schillingen fließt und im Nah­erholungsgebiet sogar einen Weiher speist.

„Der Corona-Schock hat uns sehr weh getan“, gesteht Vorsitzender Christoph Orth. Ab März vergangenen Jahres stand alles still im Verein. Doch im vergangenen September haben die Garden wieder ihr Training aufgenommen. Wie andere Karnevalsvereine auch, wurden Tänze und Büttenreden auf Video aufgenommen, zum Beispiel die „Klopapierchallenge“, und der Rest der Welt durfte per Facebook und Instagram am Schillinger Humor teilhaben.

Für die neue Session wurde wieder trainiert. Trainerin Carolin Naumann sagt: „Da mussten alle erst wieder reinkommen und nach eineinhalb Jahren wieder motiviert werden.“ Mitglieder verloren hat der Verein während der Zwangspause keine, im Gegenteil, einige Mädchen wollten wieder mit dem Tanzen anfangen.

Die Jubiläumsparty mit der Proklamation des kleinen und des großen Prinzenpaars wurde mit Hygienekonzept und 2G-Regel durchgeführt. „Wir sind bereit, bei unseren Veranstaltungen alle Anforderungen zu erfüllen“, macht Vorsitzender Orth klar. Der Vorstand will sich noch mehrfach treffen, um zu beraten, wie die Corona-Lage gerade ist und ob die Session stattfinden kann. Final werde die Entscheidung im Januar fallen, entschieden werde nach den drei Gesichtspunkten sicher, verantwortungsbewusst und rentabel, heißt es. Falls die Session doch ausfällt, sollen die beiden Prinzenpaare auch noch im nächsten Jahr den lokalen Frohsinn repräsentieren.

Was für Orth nicht in Frage kommt, ist eine Verschiebung in einen Monat mit besserem Wetter: „Wir feiern Fastnacht, wenn Fastnacht ist, und nicht im Sommer.“