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Katzenzungen, Kellergeister und viel Komik

Katzenzungen, Kellergeister und viel Komik

Wer nicht hören will, muss fühlen: Diese Volksweisheit haben die Katholischen Frauen in Ayl auf die Bühne gebracht. Mit zusammengerechnet 180 Zuschauern sind alle drei Vorstellungen im Jugendheim ausverkauft, auch die am 4. November. Das Kurieren eines notorischen Junggesellen zu einem ordentlichen Menschen bringt viel Spaß auf die Bühne.

Ayl. Der Vorhang im Ayler Jugendheim geht auf, und es zeigt sich für so manchen ordnungsliebenden Zuschauer der Inszenierung der Katholischen Frauengemeinschaft (Kfd) ein entsetzliches Bild. Hier lebt Mattes, dargestellt von Christoph Schäfer, notorischer Junggeselle mit entspanntem Verhältnis zu Ordnung und Sauberkeit.
Wer nicht hören will, muss fühlen, nach dieser Volksweisheit hat Beate Irmisch ihr Stück benannt, in dem dieser Typus Mann mal lernen soll, seine Stube aufzuräumen, häufiger als alle zwei Wochen die Badewanne aufzusuchen und die Unterwäsche zu wechseln. Rundumbetreuerin Radka (Steffi Geltz) aus Polen soll's richten. Lydia Roos und Christel Baltes inszenierten das Stück gemeinsam mit der gesamten Theatertruppe. Rosi Schons sagt: "Wir haben uns zahlreiche Leseproben kommen lassen und uns für dieses Stück entschieden, weil es so gut zu unserem Ensemble passt."
Denn Ähnlichkeiten mit den tatsächlichen Charakteren helfen bei der authentischen Darstellung, wobei nichts gegen den Hauptdarsteller gesagt sein soll.
Bereits am Eingang werden Süßigkeiten verteilt, Katzenzungen, die, kombiniert mit Kellergeister, eine Art Sekt der 60er Jahre, Hilfsmittel für Hardy (Andreas Bernardy), den Schwerenöter und Schürzenjäger des Stücks, bei der Suche nach amourösen Abenteuern sind.
Seit 2004 betreten die Katholischen Frauen alle zwei Jahre, gemeinsam mit männlichen Hobbyschauspielern, in Ayl die Bretter, die die Welt bedeuten. Das geht aus dem aufwendig gestalteten Programmheft von Ursula Brosius hervor. Damit können alle bisherigen Stücke wieder in Erinnerung gerufen werden. Ruckzuck sind die Vorstellungen ausverkauft. Auch diesmal waren die Karten, auch für den 4. November, schnell vergriffen. Rund 180 Zuschauer werden begeistert. Unter ihnen Daniela Schons aus Ayl. Sie freut sich: "Seit Jahren bietet die Kfd unterhaltsame Stücke, die immer einen lokalen Bezug haben. Die Schauspieler sind sehr überzeugend." Immer wieder taucht Staubsaugervertreter Eugenius Swirl auf, eine Figur, die Josef Kaudy mit Katzenallergie und Sprachbehinderung anlegt, ohne dabei jemals die gerade vorherrschende Situation richtig zu begreifen. Mattes, der eine junge, attraktive Polin als Rundumbetreuerin erwartet hatte, wird zu seinem besten Kunden. Radka entspricht nicht Mattes' Erwartung. Doch es zählen nicht nur Äußerlichkeiten. Die Art, wie Radka einen Schweinsbraten zubereiten kann, lässt Mattes über alles andere und das Umgewöhnen in Richtung Sauberkeit und Ordnung hinwegsehen.
Extra

Onkel Mattes, Schlitzohr: Christoph Schäfer; Helma, seine Nichte: Christel Baltes; Josefa, seine zweite Nichte: Hedwig Kaudy, Alfons, Nachbar, bester Freund von Mattes: Berti Hilsamer; Erna, seine Tochter mit Haaren auf den Zähnen: Lydia Roos; Hardy, Gigolo und Pantoffelheld: Andreas Bernardy; Ludmilla Butsch, Freundin von Hardy: Kerstin Rommelfangen; Eugenius Swirl, Staubsaugervertreter: Josef Kaudy; Radka, Rundumbetreuerin von Mattes: Steffi Geltz. doth