Kehren bis zur Straßenmitte
Noch hat sich das Winterwetter nicht entschieden, welcher Vorhersage es folgen soll. Aber der Werkhof Konz, der für den Winterdienst auf den nichtklassifizierten Straßen in der Stadt und den Stadtteilen zuständig ist, hat sich auf die normalen und überraschenden Einsätze vorbereitet. Für Kreis-, Landes- und Bundesstraßen hält sich die Straßenmeisterei Saarburg bereit.
Konz. Christoph Becker, als Mitarbeiter des Werkhofs Konz unter anderem Einsatzleiter des Winterdienstes, nimmt gelassen, was auf ihn und seine im Räum- und Streudienst eingesetzten Kollegen zukommen wird: "Streusalz ist gebunkert, die Wettervorhersagen werden verfolgt, und obendrein haben wir unsere eigenen Wetterbeobachter."Bei Schneewetter ist Kommlingen der Maßstab
Das sind Werkhof-Mitarbeiter, die in Kommlingen und auf Roscheid wohnen. Kommlingen ist neben Roscheid wegen seiner Höhenlage der problematischste Punkt im Bereich der Stadt Konz. "Wenn es in Kommlingen schneit, dann gibt es überall Verkehrsbehinderungen."Zur Winterzeit ist bei Schnee-Wetterlage für Becker Frühaufstehen angesagt: Gegen drei Uhr fährt er die Problemstrecken ab und alarmiert gegebenenfalls die zum Winterdienst eingeteilten Mitarbeiter. Das sind in der Regel vier Mann, die eine halbe Stunde nach Alarmierung mit zwei Fahrzeugen ausrücken sollen. Die Streuvorrichtungen sind auf den Ladeflächen fest montiert, die schweren Räumschilde werden nur bei Bedarf vorgespannt.Weggeräumt wird Schnee erst bei mehr als einem Zentimeter Höhe. Becker: "Bei weniger Schnee können wir die Schneepflüge nicht einsetzen. Sie würden mehr Schaden anrichten als nützen und außerdem beschädigt werden."Der Räum- und Streudienst vollzieht sich nach einem an Dringlichkeit und Zweckmäßigkeit orientierten Einsatzplan. In der Pflicht ist die Stadt Konz entlang eigener Grundstücke, darüber hinaus werden sämtliche Steilstrecken bedient, die übrigen Straßen nur bei erhöhtem Bedarf. Streubeginn ist von Montag bis Freitag jeweils um 5.30 Uhr, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen um 7 Uhr; Nachteinsätze sind möglich.Die milder werdenden Winter schlagen sich in der Streusalzbilanz nieder. Im langjährigen Mittel setzte der Werkhof jährlich rund 120 Tonnen Streusalz ein - Kosten: 11 000 Euro. Im vergangenen Jahr waren es gerade einmal zehn Tonnen.Winterdienst ist nicht nur bei der öffentlichen Hand angesagt. Er liegt in erster Linie in der Verantwortung der Bürger. Grundstückseigentümer müssen selbst kehren, räumen und/oder streuen, dürfen diese Verpflichtung allerdings auf ihre Mieter oder Pächter abwälzen. Auch der von den Anliegern zu reinigende oder zu sichernde Bereich ist festgelegt: Er reicht von der Grundstücksgrenze bis zur Straßenmitte. Einlaufschächte (Gullys) müssen frei bleiben, der geräumte Schnee darf nicht auf der Fahrbahn deponiert werden. Die Stadt Trier, die von Amts wegen räumt, kassiert Gebühren für diesen Dienst, in Konz brauchen die Bürger, die diesen Vorzug nicht genießen, nichts zu bezahlen.Für das Streugut - Salz und/oder Sand - müssen die Bürger selbst sorgen. Die nur an Steilstrecken aufgestellten Streugutkisten sind nicht zur Selbstbedienung gedacht, sie dienen ausschließlich zur Selbsthilfe an Ort und Stelle, wenn es ohne partout nicht weitergeht.Noch ein paar Tipps fürs Autofahren und Parken im Winter: Nicht zu dicht hinter einem Streufahrzeug herfahren, der PKW-Fahrer könnte bei einem Bremsmanöver seines Vordermanns auf die Streuvorrichtung rutschen -mit üblen Folgen. Auch kann die PKW-Front durch Streugut Lackschäden davontragen. Bedenken: Fahrzeuge mit Räumvorrichtungen haben Überbreite!