Kein Brief ohne Kommentar

Das Wellener Bergbau-Unternehmen TKDZ hat in einem Brief seine weiteren Pläne zum Füllen von Stollenteilen mit Abfällen beschrieben. Die Darstellung sei "verharmlost", kritisiert Ortsbürgermeister Hans Dostert und will den Brief nicht kommentarlos veröffentlichen.

Wellen. (api) Der Brief ist angekommen. Inzwischen hat auch Wellens Ortsbürgermeister Hans Dostert das jüngste Schreiben vom ortsansässigen Bergbau-Unternehmen Trierer Kalk-, Dolomit- und Zementwerke (TKDZ) erhalten.

Darin geht es um die weiteren Schritte, die der Betrieb in Zukunft gehen will (der TV berichtete). Unter anderem ist darin beschrieben, dass die TKDZ probeweise Teile des Josef-Stollens mit Bodenmassen füllen wollen. Dieses Vorgehen soll quasi als Test für den später angestrebten Regelbetrieb mit weiteren bergfremden Materialien verstanden werden.

Dostert lehnt das Vorhaben ab. Die Gemeinde habe sich von Anfang an dagegen ausgesprochen, dass andere als bergeigene Stoffe in den Stollen eingebracht werden sollen. "Das gilt auch für die Bodenmassen", sagt Dostert. Er fürchtet, dass mit einer Genehmigung Tür und Tor für weitere, berguntypische Materialien geöffnet würden.

Die TKDZ hatte das Schreiben mit den weiteren Vorhaben an den Ortsbürgermeister gerichtet, damit er es im Dorf verteilen sollte. Doch dieser Plan geht offenbar nicht auf. Kommentarlos werde er das Schreiben nicht verteilen oder aushängen, macht Dostert klar. Nächster Schritt: Ratssitzung



"Da sind viele Dinge schöngeredet worden", sagt der Ortschef - auch in Bezug auf die Stoffe wie Autoglasscheiben, Gießereisande und Schlacken aus Stahlwerken, die die TKDZ derzeit mit Blick auf eine mögliche Verwendung prüft. Beim Landesamt für Geologie und Bergbau beantragt seien laut TKDZ derzeit nur die Bodenmassen.

Nach Angaben Dosterts liegt der Brief auch dem Gemeinderat und dem Anwalt der Gemeinde vor. Als nächster Schritt werde eine Ratssitzung angestrebt, in der das weitere Vorgehen geklärt werden soll. Auch die von der Gemeinde initiierten Treffen mit Vertretern der TKDZ können dabei Thema sein.