Kein Durchkommen in der Koblenzer Straße

Kein Durchkommen in der Koblenzer Straße

Diese Vollsperrung zwingt Tausende Autofahrer ab Montag, 15. August, zwei Wochen lang zu einem Umweg: Die Bundesstraße (B) 327 bekommt auf dem Stück zwischen Hermeskeil und der Abfahrt nach Geisfeld eine neue Asphaltdecke. Zeitgleich gehen die schon länger laufenden Bauarbeiten am Stadteingang von Hermeskeil - in der Koblenzer Straße - in die Schlussphase.

Hermeskeil. An einer roten Ampel anhalten und ein paar Minuten warten: Das ist schon seit Mitte März das Los aller Autofahrer am Stadteingang von Hermeskeil. Grund ist die große Baustelle zwischen dem Ortsschild beim Autohaus Knaack und dem Sitz der Straßenmeisterei. Auf diesem circa 300 Meter langen Abschnitt wird die Koblenzer Straße inklusive Kanal und Gehwegen ausgebaut. Am Stadteingang ist eine Verkehrsinsel entstanden, die zu schnelle Autofahrer abbremsen soll.
Den gleichen Zweck hat es, dass die Fahrbahnbreite der Koblenzer Straße von 7,70 auf 6,50 Meter verringert wurde. Der gewonnene Platz wird dazu genutzt, auf dem Seitenstreifen stadtauswärts einen 2,50 Meter breiten Geh- und Radweg zu installieren. "Mit den Arbeiten liegen wir vor allem wegen des guten Wetters im Frühjahr noch vor dem ursprünglichen Zeitplan", sagt Andreas Schmitt, Leiter der Verbandsgemeindewerke Hermeskeil. Was aber noch fehlt, ist die obere Deckschicht auf der Fahrbahn der Koblenzer Straße.
In dieser Schlussphase wird es jedoch eine entscheidende Änderung im Vergleich zur bisher gültigen Verkehrsregelung geben. Die Ampeln kommen weg. Stattdessen wird ab Montag, 15. August, für voraussichtlich zwei Wochen eine Vollsperrung eingerichtet. Ausschlaggebend dafür ist, dass der zuständige Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier beim Einbau des Asphalts in der Koblenzer Straße ein zweites Projekt auf der B 327 in einem Rutsch miterledigen will. Auch direkt hinter der Stadtgrenze wird in diesen zwei Wochen die Fahrbahndecke erneuert - und zwar auf dem rund ein Kilometer langen Stück bis zur Einmündung in die Kreisstraße (K) 73 Richtung Geisfeld und Rascheid.
Die Autofahrer - statistisch sind auf diesem Teil der B 327 pro Tag zirka 6700 unterwegs - müssen also ab 15. August einen Umweg in Kauf nehmen.
Wie Ralf Reger vom LBM betont, wird die offizielle Umleitung zur Hunsrückhöhenstraße in Richtung Abtei und Thalfang von der Hermeskeiler Innenstadt aus über die B 52 und dann ab Höfchen über die B 407 ausgeschildert. Wer nach Rascheid oder Geisfeld muss, wird über die B 52 und die K 95 am Pölerter Bahnhof gelotst.
In Hermeskeil selbst ist die Koblenzer Straße für den Anliegerverkehr bis zur Raiffeisenstraße geöffnet. "Somit sind die Gewerbebetriebe dort und vor allem die Feuerwache jederzeit erreichbar", sagt Schmitt.
Wenn die Arbeiten am Stadteingang abgeschlossen sind und die Vollsperrung wieder aufgehoben wird, bedeutet das jedoch keineswegs das Ende der Baustelle Koblenzer Straße.
Ab Anfang September kommt direkt der Ausbau eines 120 Meter langen Stücks weiter stadteinwärts an die Reihe. Wahrscheinlich bis Frühjahr 2012 wird dann zwischen Straßenmeisterei und Einmündung Borwiesenstraße eine Ampel stehen. Im dritten Bauabschnitt wird schließlich die Koblenzer Straße bis zur Hausnummer 51 a erneuert werden . Weil sich auf diesem 80 Meter langen Stück die Fahrbahn enger wird, ist dann wieder eine Vollsperrung bis Juli 2012 nötig. Auf Wartezeiten in der Koblenzer Straße sowie Sperrungen und Umwege müssen sich Autofahrer also noch längere Zeit einstellen.
In der Koblenzer Straße werden bei den bis Ende 2012 andauernden und in drei Teile gegliederten Bauarbeiten insgesamt rund drei Millionen Euro vergraben. Die Stadt Hermeskeil bezahlt die Gehwege und beteiligt sich mit circa 90 000 Euro an dem Projekt. Rund eine Million Euro gibt der Bund für die neue Asphaltdecke, den Bau der Verkehrsinsel und den Radwegstreifen aus. "In dieser Summe sind auch die Kosten für die Erneuerung der Fahrbahn auf der freien Strecke enthalten", sagt LBM-Mann Reger. Zwei Millionen Euro investieren die VG-Werke. "Der Kanal in der Koblenzer Straße ist über 60 Jahre alt und in einem schlechten Zustand", sagt Bürgermeister Michael Hülpes. Die Erneuerung der Abwasser- und Wasserleitungen verschlingt aber nur einen Teil der Kosten. Hinzu kommt, dass in unmittelbarer Nähe der Straßenbaustelle auf einer Wiese ein großes Regenrückhaltebecken aus Beton gebaut wird. Bei starken Niederschlägen hatte das alte Kanalsystem mehrfach die Wassermassen nicht aufnehmen können. Weiter stadteinwärts sind in der Koblenzer Straße noch zwei weitere Ausbauabschnitte geplant. Voraussichtlich 2013/14 soll das Teilstück bis zur St.-Josef-Straße erneuert werden. 2015 wäre dann der noch verbleibende Abschnitt bis zur Züscher Straße an der Reihe.Autofahrer sagen im TV-Gespräch Folgendes zur Baustelle in der Koblenzer Straße: Günter Scherer aus Hermeskeil: "Ich finde die Baustelle nicht so schlimm. Man hat sich dran gewöhnt, dass hier eine Ampel ist." Andreas Michels aus Mandern: Ich habe nur ein, zwei Mal in der Woche etwas in der Stadt zu erledigen. Deshalb ist die Baustelle für mich keine so große Belastung. Bei den Leuten aus Hermeskeil oder bei Pendlern sieht das aber wahrscheinlich ganz anders aus. Carolin Heege-Roth aus Hermeskeil: "Mir ist es zu blöd, ständig an der Ampel zu warten. Deshalb fahre ich immer durch das Industriegebiet Grafenwald, wenn ich Richtung Abtei muss." Reinhard Irsch aus Hermeskeil: "Ich finde es okay, dass man den Stadteingang einladender gestalten will. So- weit man das jetzt schon sehen kann, wird das auch gelingen. Deshalb nehme ich die Baustelle in Kauf." Stadtbürgermeister Udo Moser sagt dem TV, dass es bei ihm wegen der Baustelle bislang kaum Beschwerden gab. Das liegt aus seiner Sicht auch daran, "dass der wartende Verkehr an der Ampel innerhalb einer Grünphase immer komplett abfließen konnte."