Kein Ort für Klassik-Konzerte

SAARBURG. Nach der Sommerpause will Robert Hildebrand, Geschäftsführer der Stadthalle Saarburg, mit einer "gesunden Mischung" von Veranstaltungen in den Herbst starten. Einer der Glanzpunkte wird nach seiner Einschätzung der Auftritt der Rock-Urgesteine von "Status Quo" sein.

Die Stadthalle Saarburg ist als Veranstaltungsort kein einfaches Pflaster - diese Erfahrung hat Robert Hildebrand, seit 1998 Geschäftsführer, in den zurückliegenden Jahren gemacht. "Es gibt Veranstaltungen, die einfach nicht angenommen werden", sagt er. So stießen beispielsweise Klassik-Konzerte auf zu geringe Resonanz bei den Saarburgern und im Umland. Auftritte regionaler Vereine kommen an

"Wir haben einige Male den Versuch gestartet. Es hat aber nie funktioniert." Als die Sopranistin Deborah Sasson gebucht worden war, seien gerade mal vier Karten im Vorverkauf weggegangen. Zudem muss Hildebrand bei allen Terminen stark darauf achten, eine bestimmte Preisgrenze nicht zu überschreiten: "In der Regel bemühen wir uns, nicht mehr als 20 bis 25 Euro Eintritt zu verlangen. Anders als etwa in Trier sind die Leute hier normalerweise nicht bereit, mehr zu bezahlen." Gleichwohl gebe es hin und wieder Ausnahmen. "36,50 Euro für Status Quo werden bezahlt. Das sind einfach Urgesteine der Rockmusik", meint der Geschäftsführer. "Eine gesunde Mischung" müsse der Veranstaltungsreigen in der Stadthalle sein. "Was immer wieder geht, sind die Auftritte und Veranstaltungen der örtlichen und regionalen Vereine und Organisationen." Dreimal hintereinander seien im ersten Halbjahr 2005 die "Fischer Traumtänzer" aufgetreten - "dreimal war die Halle ausverkauft", berichtet Hildebrand. Mundart-Theater, dieses Mal auf Saarländisch, bringt die Münchener Formation "Blaue Maus" am Freitag, 16. September. Als "kabarettistischen Leckerbissen" kündigt Hildebrand den in Saarburg bereits bekannten Mainzer "Thekenphilosophen" Detlev Schönauer alias Jacques an. In seinem neuen Programm, das Schönauer am 4. November in Saarburg präsentiert, weiche er erstmals von seinem Grundsatz ab, ausschließlich eigene Texte und Lieder zu bringen. So wird er das Ruhrgebiets-Original Tegtmeier und auch Georg Kreisler auferstehen lassen. Neben dem Auftritt von Detlev Schönauer nennt Hildebrand als Glanzpunkte dieses Herbstes das Konzert der Alt-Rocker Status Quo am 5. Oktober: "Die ziehen immer noch." Viel verspreche er sich auch von Laith al-Deen (13. November) und von der Veranstaltung "Musical Magics" am 17. Dezember, bei der Michael Thinnes mit Musikern Highlights aus verschiedenen Musicals auf die Bühne bringt. "Bei der Premiere im vergangenen Jahr waren auf Anhieb 400 Besucher da." Kinderkino am Nachmittag

Nach wie vor ist in der Stadthalle einmal im Monat Nachmittagskino für Kinder. "Da es hier sonst kein Kino gibt, wird dieses Angebot gut angenommen. Die Qualität ist durch die große Leinwand, die der mobile Kinobetreiber mitbringt, gut", meint Hildebrand. Rund 80 Termine stehen in der Stadthalle in diesem Jahr auf dem Veranstaltungskalender. "Das ist mehr als in den Vorjahren. Insofern haben wir uns bislang im Jahr 2005 auch finanziell besser geschlagen als sonst." Eine Idee hat Hildebrand bislang nicht etablieren können: "Ich würde gerne zwischendurch kleinere Bands herholen, die Folk-Konzerte im Foyer geben." Versuchsballons habe er bereits gestartet - "das ist aber auf keine große Resonanz gestoßen." Das gesamte Programm für den Herbst ist im Internet einzusehen unter www.stadthalle-saarburg.de