Kein rundes Holz in Kelsen

Jetzt ist es amtlich: In Kelsen kann demnächst fleißig gebaut werden. Jüngst gaben die Ratsherren von Merzkirchen dem Bebauungsplan "Portzer Weg" und damit dem gleichnamigen Neubaugebiet per Beschluss ihren Segen. Damit steht der Erschließung von elf Baugrundstücken so gut wie nichts mehr entgegen.

Merzkirchen. Auch an dem kleinen Saargau-Ort Kelsen soll der Bauboom, der seit einigen Jahren in der Region herrscht, nicht vorbeigehen. Voraussichtlich schon in den kommenden Monaten werden die Bagger anrücken und die Luft in dem idyllischen Dörfchen mit Baulärm erfüllen. "Portzer Weg" heißt die neue Siedlung, die am nördlichen Ortsrand von Kelsen entstehen soll. Elf Baugrundstücke sind dort geplant. Dabei hat sich die Gemeinde erst vor rund 16 Monaten dazu entschlossen, in das Bebauungsplanverfahren einzusteigen. Per Satzungsbeschluss zogen die Ratsherren von Merzkirchen in ihrer jüngsten Sitzung den Schluss-Strich unter das Verwaltungsprozedere. Nach seiner öffentlichen Bekanntgabe ist der Bebauungsplan "Portzer Weg" rechtskräftig.Dessen Geschichte begann im April 2006. Nachdem die Gemeinde in einer Sitzung Ende des Monats beschlossen hatte, im Ortsteil Kelsen, an der Straße nach Portz, ein Baugebiet zu erschließen, legte das beauftragte Stadtplanungsbüro im September einen Vorentwurf des Bebauungsplans vor. Danach werden die Grundstücksgrößen im "Portzer Weg" zwischen 700 und 950 Quadratmetern liegen. Das erforderliche Land hatte die Gemeinde zu diesem Zeitpunkt bereits aufgekauft. Im Zusammenhang mit der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit lud die Gemeinde Merzkirchen die Kelsener Anfang Februar 2007 zu einer Bürgerversammlung ein. Drei Monate später hatte der Gemeinderat über die während der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung eingegangenen Stellungnahmen diverser Behörden und anderer Institutionen zu entscheiden. Seither steht unter anderem fest, dass in Kelsen Holzhäuser in sogenannter Rundstammbauweise — sprich: Blockhäuser — nicht gebaut werden dürfen (der TV berichtete). Eine entsprechende Anregung hatte die Kreisverwaltung eingebracht. "Blockhäuser entsprechen nicht der regionalen Baukultur", lautete die Begründung. Nach Auskunft von Ortsbürgermeister Martin Lutz lagen im Mai bereits neun Anfragen für die elf Baugrundstücke im "Portzer Weg" vor. Während die gesetzliche Offenlage des Bebauungsplans und damit die zweite Einspruchsfrist lief, beauftragte die Gemeinde Mitte Juli ein Trierer Ingenieurbüro mit der Planung der Straßen und Verkehrsanlagen. Nur wenige Tage später lief die Offenlage aus. Mit dem Satzungsbeschluss schufen die Merzkirchener Ratsherren in ihrer jüngsten Sitzung die rechtlichen Voraussetzungen für alle weiteren Schritte in Richtung Erschließungsbeginn, dem damit so gut wie nichts mehr entgegensteht.Als "zügig und schnell" bezeichnete Hans-Dieter Hausen vom Bauamt der Verbandsgemeinde Saarburg das Bebauungsplanverfahren. Im Hinblick auf den Kauf des erforderlichen Lands durch die Gemeinde im Vorfeld der Erschließung sprach Hausen von einer "guten Lösung". Die Begründung: "Damit konnte verhindert werden, dass mit dem Bauland spekuliert wird."Die Erschließung des Baugebiets "Portzer Weg" hat noch nicht begonnen, da zeichnet sich bereits ab, dass in Kelsen in den kommenden Jahren weiteres Bauland erschlossen werden könnte. Nach Auskunft von Merzkirchens Ortsbürgermeister Martin Lutz liegt der Gemeinde ein Verkaufsangebot über eine Grundfläche vor, die etwa der Größe des aktuellen Baugebiets entspricht und die sich ebenfalls als Bauland eignen könnte. "In einer der nächsten Sitzungen werden wir darüber reden, wie wir mit der Fläche umgehen", stellte Lutz in Aussicht.