Kein Verlierer

Die SPD hat die Landratswahl verloren, aber sie hat sich dabei nicht blamiert. Als der Kreisvorstand vor sechs Monaten die politisch vollkommen unbekannte Juristin Katarina Barley gegen den hohen Favoriten Günther Schartz ins Rennen schickte, schien dieser Schritt eine mittlerweile vertraute Verlegenheitslösung der Sozialdemokraten zu sein.

Die SPD hat die Landratswahl verloren, aber sie hat sich dabei nicht blamiert. Als der Kreisvorstand vor sechs Monaten die politisch vollkommen unbekannte Juristin Katarina Barley gegen den hohen Favoriten Günther Schartz ins Rennen schickte, schien dieser Schritt eine mittlerweile vertraute Verlegenheitslösung der Sozialdemokraten zu sein. Doch Barley hat dem Platzhirschen mehr zugesetzt, als diesem lieb sein konnte. Der als rustikal geltende Schartz wird sich zumindest überlegen müssen, ob er an seinem Stil etwas verändern muss. Erste Signale hat er diesbezüglich schon am Wahlabend gesandt. Die SPD-Spitze darf für sich als Erfolg verbuchen, dass sie dieses Mal nicht mit einem politischen Neuling baden gegangen ist. Mehrere SPD-Verlegenheitskandidaten ereilte in den vergangenen Jahren dieses Schicksal. Katarina Barley ging nicht unter. Sie wurde in der kurzen Zeit, die ihr zur Verfügung stand, zu einer festen politischen und menschlichen Größe. Sie hat die eigenen Reihen begeistert und offenbar auch in anderen Lagern Menschen überzeugt. Sie hat ein respektables Ergebnis erreicht und kann diese Kandidatur als persönlichen Gewinn verbuchen. Es wird sich zeigen, ob sie auch in Zukunft so positiv in Erscheinung treten wird. j.pistorius@volksfreund.de

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