Keine Chance für Wohnblocks

PALZEM-WEHR. Jede Menge Beschlüsse hatten die Ratsfrauen und -herren von Palzem in der Gemeinderatssitzung zu fassen. Sieben Zuhörer erlebten eine überaus harmonisch verlaufende Versammlung.

Mit einer kleinen Ausnahme passierten alle Beschlüsse das Gremium einstimmig. Zunächst ging es um den Bebauungsplan Ortsteil Helfant, Teilgebiet "Auf Birken II". Zur Sitzung abgehakt waren bereits die "Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung" sowie die "Beteiligung der Behörden". Anregungen oder Stellungnahmen durch Bürger waren - auch im Vorfeld - nicht abgegeben worden. Sieben Einzelbeschlüsse und auch den die Satzung in Gang setzenden Aufstellungsbeschluss fasste die Ratsversammlung einstimmig. Zuvor hatte Planerin Annette Weber vom Büro "Planung und Konzepte" in Trier-Ruwer die von Behörden und Institutionen eingereichten Anregungen erläutert und den Ratsmitgliedern Rede und Antwort gestanden. Zur Sitzung noch einmal herausgekramt wurde ein seit 1980 rechtskräftiger Bebauungsplan der Gemeinde für den Palzemer Ortsteil Wehr, Teilgebiet "Im Sabel". Was das Vertragswerk nicht regelt, ist die Anzahl der auf ein Haus entfallenden Wohneinheiten. Insbesondere vor dem Hintergrund des Runs auf bebaute und unbebaute Grundstücke befürchten die Gemeindeväter, dass aus einem "normalen", ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäude, ein Wohnhaus mit mehreren Wohnungen entstehen könnte, wenn Investoren so ein Grundstück erwerben würden. Dieser möglichen Entwicklung will der Gemeinderat dadurch gegensteuern, indem per einstimmigem Beschluss künftig "pro Haustür zwei Wohnungen" zulässig sein sollen. Dadurch würden Wohnblocks verhindert, die für den 230 Einwohner zählenden Ortsteil nicht von Vorteil sein könnten. Seit der Gemeinderatssitzung wissen die Bewohner des Neubaugebietes "Weiße Stücker" in Wehr, dass für sie die Stunde der Erschließungsbeiträge geschlagen hat. Für die erstmalige Herstellung von Fahrbahn und Straßenentwässerung in dem Neubaugebiet wurde eine zweite Vorausleistung von 20,50 Euro je Quadratmeter Geschossfläche beschlossen. Bereits erhobene Vorausleistungen würden angerechnet, versicherte Bauamtsleiter Klaus Wagner von der Verbandsgemeinde Saarburg. Vorausleistungen Teil zwei betraf den zweiten Bauabschnitt der Römerstraße in Palzem (Friedensaue bis Kapelle) mit Ausbau der Fahrbahn, Straßenentwässerung und Straßenbeleuchtung. "Alle Bürger sollten gleich behandelt werden", hieß es aus der Mitte des Rates. Im folgenden, einzigen Beschluss des Abends mit Gegenstimme wurde der Gemeindeanteil auf 33 Prozent festgesetzt - mit gleicher Geltung für die Berechnung der Vorausleistungen.

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