"Keine Tagträumereien"

Reaktion auf die Aussage von Karl Diller in Sachen "Hunsrückbahn": Der SPD-Bundestagsabgeordnete hatte die Hoffnungen auf Wiederinbetriebnahme der Strecke zwischen Hermeskeil und Morbach als "Tagträumerei" bezeichnet (der TV berichtete). Bernd Heinrichsmeyer, Chef der Unternehmensgruppe "Hochwaldbahn", kontert: "Diese Tagträume werden wahr. Wir schaffen schon Fakten."

Morbach/Hermeskeil. (ax) "Es ist zwar noch viel zu tun, aber es kann bewältigt werden." Bernd Heinrichsmeyer ist weiterhin fest davon überzeugt, dass die 50 Kilometer lange Hunsrückbahnstrecke zwischen Hermeskeil und Büchenbeuren betriebsbereit erhalten werden kann. Der Chef der "Hochwaldbahn" (HWB), deren Tochter "Servicegesellschaft" Insolvenz angemeldet hat, widerspricht damit ausdrücklich der Einschätzung von Karl Diller (SPD). Nachdem vorige Woche die wirtschaftlichen Probleme der HWB bekannt wurden, hatte der parlamentarische Staatssekretär im Berliner Finanzministerium die Reaktivierungs-Pläne im TV erneut kritisiert und von "Tagträumereien" gesprochen. Für diese Aussage hat Heinrichsmeyer, der weiter mit der HWB Verkehrsgesellschaft als Betreiber der Trasse auftreten will, kein Verständnis. In den vergangenen Wochen hätten Mitarbeiter der HWB in mehrfacher Hinsicht Fakten geschaffen. So hätten sie die Arbeiten zur Vegetationsbekämpfung und Wiederherstellung der Bahnübergänge bereits ausgeführt, die Teil des im August 2008 vorgestellten Reaktivierung-Gutachtens waren. Der Abschnitt Hermeskeil-Morbach sei seit dem 4. März als Baugleis wieder durchgängig für Schienenfahrzeuge befahrbar, auf dem Teilstück Morbach-Büchen beuren würden ab Mai öffentliche Ausflugfahrten stattfinden, so Heinrichsmeyer.

Wichtig ist aus seiner Sicht aber, "dass nun Planungssicherheit geschaffen wird und das heißt: Ankauf der Strecke durch die Gemeinden". Die Deutsche Bahn verlangt für die circa 50 Kilometer lange Trasse einen Preis von 640 000 Euro.