Keine Windräder in Wasserschutzzonen

Kell am See · Im künftigen Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde Kell sollen Wasserschutzgebiete der Zone zwei nicht als potenzielle Aufstellflächen für Windräder vorgesehen werden. Das hat der VG-Rat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Noch im Februar waren die Kommunalpolitiker anderer Meinung gewesen.

Kell am See. "Das hätte man früher wissen können, aber ich will die weihnachtliche Stimmung nicht verderben", kommentierte Markus Lehnen, Ortsbürgermeister von Kell, bei der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderats trocken eine Vorlage aus der VG-Verwaltung. Erst im Februar hatte der Rat beschlossen, dass im neuen Flächennutzungsplan auch Wasserschutzgebiete der Zone II als potenzielle Standflächen für Windkrafträder vorgesehen werden sollen.
Dabei war schon damals klar, dass das heikel ist: Für Wasserschutzgebiete der Zone II gelten strenge Vorschriften. Um nahe gelegene Wasserstellen vor gefährdenden Stoffen zu schützen, ist nicht nur das Ablagern von Schutt und Abfällen verboten, auch Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel, Sand- und Kiesgruben sind generell verboten. Windkrafträder würden spezieller Ausnahmegenehmigungen bedürfen.
Nachdem die von der VG beauftragen Fachstellen die fraglichen Gebiete noch mal näher betrachtet hätten, sei nun klar, dass "die Befreiung von den Auflagen der Wasserschutzgebietsverordnung sehr kritisch sei", wie es in der Vorlage heißt, die VG-Bürgermeister Alten dem VG-Rat nun vorlegte. Wasserschutzgebiete der Zone II sollten daher jetzt doch als "weiches Ausschlusskriterium" für den Bau von Windrädern im FNP gelten.
"Aus unserer Sicht war es sinnvoll zu prüfen, ob und unter welchen Voraussetzungen Windräder in diesen Gebieten möglich sind", verteidigte Ratsmitglied Manfred Rauber (SPD) den Entschluss des Rats vom Februar. "Nachdem die Prüfung dann Dinge ans Tageslicht bringt, die uns so nicht klar waren, müssen wir natürlich entsprechend reagieren."
Auch Erwin Rommelfanger (FWG) stimmte der Änderung zu: "Wir hatten anfangs zwar gesagt, dass wir keine Beschränkungen wollen und den Fachbehörden die Entscheidung überlassen. Jetzt sollten wir es dann aber auch dabei belassen."
Einstimmig beschloss der Rat anschließend, bei der weiteren Planung des Flächennutzungsplans Wasserschutzgebiete der Zone II als Potenzialflächen für Windräder herauszunehmen.
Wasserschutzflächen der Zone II gibt es auf dem Gebiet der VG Kell hauptsächlich östlich und südöstlich von Waldweiler, im Norden der VG auf Höhe Kell am See, südöstlich und westlich von Greimerath sowie zwischen Greimerath und Mandern. woc