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Kell am See und Mandern zu Gesprächen bereit

Kell am See und Mandern zu Gesprächen bereit

Die Verbandsgemeinde (VG) Kell am See will Nägel mit Köpfen machen. Bis zur nächsten Ratssitzung am 9. November beschäftigen sich - mit einer Ausnahme - alle Gemeinderäte mit der Frage, ob Fusionsverhandlungen mit der VG Saarburg geführt werden. Die Hochwaldgemeinden Kell am See und Mandern haben den Gesprächen bereits zugestimmt.

Kell am See/Mandern. Ungewöhnlich für eine Ratssitzung: Die Tür zur Alten Mühle in Kell ist verschlossen. Auf einem Zettel an der Tür steht, dass die Sitzung des Gemeinderats kurzerhand "wegen des zu erwartenden Besucherandrangs" in das Vereinshaus des Musikvereins Concordia verlegt wurde. Dort sitzen etwa 20 Zuhörer im Sitzungssaal, die sich vor allem für einen Tagesordnungspunkt interessieren: Ob die Verbandsgemeinde (VG) Kell am See mit der VG Saarburg Fusionsverhandlungen führen soll oder nicht?
"Diesen Punkt hätte ich am liebsten von der Tagesordnung genommen", kommentiert Markus Lehnen, Ortsbürgermeister von Kell am See, ironisch. Er fürchtet, dass die Menschen sich bei diesem emotionalen Thema schnell in Rage reden könnten.
Kommunal- reform


Aber das Gegenteil ist der Fall: Johannes Reitz (CDU) stellt gleich zu Beginn seines Statements klar, dass sich die beiden im Keller Rat vertretenen Fraktionen auf einen gemeinsamen Standpunkt geeinigt haben. "Wir begrüßen die Aufnahme von Fusionsgesprächen mit der VG Saarburg", stellt Reitz klar. Er fordert, dass in den Verhandlungen die Positionen der Ortsgemeinde deutlich zu machen sind. Diese seien die Einrichtung eines Bürgerbüros in der Gemeinde, der Erhalt des Schwimmbads sowie eine Akzeptanz des für die VG Kell am See ausgearbeiteten Grundschulkonzepts.
Horst Zimmert (Wählergruppe Jäger) ergänzt Reitz' Ausführungen. Ihm ist wichtig, dass die VG Kell am See einen Partner finde, der dem Ort die besten Perspektiven biete. Dies sei die VG Saarburg, weil diese auch wirtschaftlich gut aufgestellt sei. Er betont aber auch: "Ob wir am Ende einem mit der Nachbar-VG ausgehandelten Vertrag zustimmen, ist offen." Bis dahin werde es noch etliche Diskussionen geben und viel Wasser die Ruwer herunterfließen.
Aber es regt sich auch Widerstand gegen die Fusionspläne. Dittmar Lauer (CDU) kämpft für ein Zusammengehen der VG Kell am See mit der VG Hermeskeil. Als Mitglied der Bürgerinitiative für einen starken Hochwald missfällt ihm "der Schweinsgalopp, mit dem Entscheidungen getroffen werden, und dass Hermeskeil nur schlechtgemacht werde". Er will, dass die Bürger besser am Entscheidungsprozess beteiligt werden. Als einziges der 16 Ratsmitglieder stimmte Lauer gegen die Aufnahme von Fusionsgesprächen mit der VG Saarburg.
Zeitgleich tagt der Gemeinderat von Mandern. In dieser Hochwaldgemeinde ist das Stimmungsbild eindeutig. Alle Ratsmitglieder sprechen sich für die Aufnahme von Verhandlungen mit der VG Saarburg aus.
Extra

Beim Kolloquium für den Neubau der Realschule plus in Kell am See haben zwölf Architekturbüros teilgenommen. Diese haben noch bis 14. Dezember Zeit, ihre Pläne einzureichen. Im Januar soll das Preisgericht den Siegesentwurf würdigen. Die Sanierung des Kindergartens in Kell ist mit 527 000 Euro veranschlagt. Hinzukommen bis zu 10 000 Euro, falls die Kinder während der Bauarbeiten in ein anderes Gebäude umziehen müssen. Dafür gibt es vom Kreis Trier-Saarburg sowie vom Bistum Trier - unter der Auflage, dass die Kita gGmbH die Einrichtung weitere 25 Jahre betreibt - Zuschüsse. Für die Städtebauförderung in Kell am See hat das Land bis 2020 weitere 200 000 Euro zur Verfügung gestellt (ausführlicher Bericht folgt). itz