Kell am See will Luftkurort bleiben
Kell am See · Seit 1970 darf sich Kell Luftkurort nennen. Um diesen Titel zu behalten, muss die Kommune jedoch laut Gesetz alle zehn Jahre ein neues, von Experten angefertigtes Klima-Gutachten vorlegen. Der Gemeinderat hat sich einstimmig dazu entschlossen, dieses Gutachten in Auftrag zu geben.
Kell am See. Erfüllt Kell weiterhin die klimatischen Voraussetzungen eines Luftkurorts? Das ist die Frage, die in den kommenden Monaten Experten beantworten müssen. Denn in der jünsten Sitzung hat der Gemeinderat keine Zweifel daran gelassen, dass Kell seinen seit über 40 Jahren bestehenden Status als Luftkurort behalten will. Einstimmig verständigte sich das Gremium darauf, bei mehreren Fachbüros Angebote für die Erstellung eines wissenschaflichen Gutachtens einzuholen. Diese Überprüfung im regelmäßigen Abstand von zehn Jahren ist laut Gesetz für alle Luftkurorte verpflichtend. Ansonsten dürfen sie den Titel nicht mehr weiter tragen.
Kells Ortsbürgermeister Markus Lehnen (CDU) geht davon aus, dass auf die Kommune Kosten zwischen 6000 und 7000 Euro zukommen. CDU-Fraktionssprecher Johannes Reitz betonte, "dass wir uns weiter Luftkurort nennen wollen".
Der parteilose Horst Zimmert wies darauf hin, dass die Sicherung dieses Titels sogar "zwingend erforderlich ist". Nur dann könne Kell nämlich weiter den sogenannten Kurbeitrag erheben, den die Urlaubsgäste zahlen müssen. Dieser Kurbeitrag beschert der Gemeinde - so steht es jedenfalls im Etat 2011 - pro Jahr Einnahmen von 65 000 Euro. Der Titel Luftkurort ist übrigens nicht an ein medizinisches Angebot gebunden. Am Keller Stausee hatte es früher das Kurhotel Marquardt gegeben.
Dieses Sanatorium wurde aber bereits 1997 geschlossen. Verbandsgemeinde-Bürgermeister Werner Angsten (CDU) betonte, dass medizinische Behandlungsmöglichkeiten nur für den Titel Kurort Voraussetzung sind. "Bei einem Luftkurort sind die Vorschriften nicht so streng", so Angsten. ax