Keller Jugendrat legt mit der Arbeit los

Keller Jugendrat legt mit der Arbeit los

Er soll ein Sprachrohr für die 1350 jungen Leute in der Verbandsgemeinde (VG) Kell am See sein und mit eigenen Vorschlägen die politischen Diskussionen beleben. Am Dienstagabend ist der Jugendrat Kell zu seiner ersten Sitzung zusammengekommen. An seine Spitze wurden Katrin Thömmes und Andreas Rommelfanger gewählt.

"Ich finde es wichtig, dass sich junge Leute politisch beteiligen. Wenn man etwas bewegen will, dann muss man sich auch einbringen." Das sagt Andreas Rommelfanger. Der 21-jährige Student ist der stellvertretende Vorsitzende des neu gegründeten Jugendrats der VG Kell am See. Die Gymnsiastin Katrin Thömmes (18) ist die Vorsitzende.

Diese Personalie hat das Gremium, das sich als Sprachrohr für die Belange der circa 1350 Jugendlichen in der VG versteht, in seiner ersten Sitzung einstimmig geklärt.

Dem Keller Jugendrat gehören zunächst zehn Mitglieder im Alter zwischen 14 und 25 Jahren an, die teilweise auch Stellvertreter haben (siehe Extra). Er setzt sich zum einen aus den Nachwuchskräften zusammen, die mit CDU, FWG und Junge Liste drei von vier Fraktionen im VG-Rat benannt haben. Nur bei der SPD war diese Suche erfolglos. Zum anderen kommt jeweils ein Vertreter aus den Reihen der sport- und kulturtreibenden Vereine, des Jugendrotkreuzes, der kirchlichen Jugend, der Schülerschaft der Realschule Kell/Zerf, der therapeutischen Wohngruppen und aus den Jugendräumen, die es in allen 13 Orten der VG gibt.

Der Jugendrat formiert sich für eine Dauer von zweieinhalb Jahren. Seine regelmäßigen Begleiter sind VG-Jugendpfleger Michael Binder und Schulsozialarbeiterin Severine Minas.

"Wir wollen den jungen Leuten Gehör verschaffen und sie gestaltend mitwirken lassen. Denn es ist ja ihre Zukunft", sagt Bürgermeister Werner Angsten (CDU) über die Gründe, die den VG-Rat vor einigen Monaten einstimmig zur Einrichtung des Jugendparlaments bewogen hatten. Die Initiative kam von der Jungen Liste, die 2009 in den VG-Rat gewählt wurde.

Der neue Keller Jugendrat soll sich um die Belange der jungen Leuten kümmern. Immer wenn diese in der kommunalpolitischen Diskussion direkt berührt sind, dürfen künftig zwei seiner Mitglieder beratend, aber ohne Stimmrecht an den Sitzungen des VG-Rats und des Jugendsozialausschusses teilnehmen.

Ein festes Budget, über das er eigenständig verfügen könnte, hat der Jugendrat nicht. Das Geld, das er für seine Arbeit braucht, etwa wenn Fahrtkosten entstehen, wird aus dem VG-Etat entnommen.

Um konkrete Sachthemen, also ans Eingemachte, ging es beim Arbeitsauftakt für das neue Gremium noch nicht. Doch die Idee für die erste Aktion steht schon. "Wir haben uns vorgenommen, erst mal eine Umfrage unter den Jugendlichen zu starten. Wir brauchen erst mal eine Grundlage, um zu wissen, was sie sich wünschen und was ihnen in der VG fehlt", sagt Thömmes.

Es geht also zunächst in erster Linie darum, das Freizeitverhalten der Jugend abzuklopfen, um später Verbesserungsvorschläge machen zu können. So findet es Thömmes schade, "dass wir, seit das ,Konkret' in Kell zu ist, immer so weit in die Disco fahren müssen". Auch um einige Sportarten auszüben, müssten die jungen Leute zum Teil weite Wege in Kauf nehmen, sagt Rommelfanger. Eine klare Haltung haben die Jugendräte, wenn man sie zur derzeitigen Diskussion über die Sanierung des Keller Freibads befragt. "Das sollte gemacht werden. Letztes Jahr sind viele von uns weggeblieben, weil das Schwimmerbecken und der Sprungturm gesperrt waren", sagt Kevin Spirk (14).

Extra

Die Mitglieder des Jugendrats: Katrin Thömmes (18/Schillingen), Andreas Rommelfanger (21/Zerf), Stefan Mai (24/Schillingen), Philipp Steuer (16/Kell), Sebastian Weustenfeld (22/Greimerath), Eva Lorenz (20/Kell), Laura Weichenhain (20/Zerf), Jana Vogel (19/Waldweiler), Kevin Spirk (14 Kell), Florijana Spahiu (16/Lampaden). Stellvertreter sind: Sebastian Backes (24/Lampaden), Matthias Durniok (24/Schillingen), Maximilian Stanik (17/Kell), Fabian Wittkowsky (20/Kell), Nadine Justinger (14/Kell).

Meinung

Gut, dass es ihn gibt

Ob der neue Keller Jugendrat viele Impulse setzen kann und mit seinen Ideen bei den erwachsenen Politikern durchdringt, lässt sich heute natürlich noch nicht sagen. Das müssen die nächsten zweieinhalb Jahre zeigen. Eins steht aber fest: Es ist gut, dass es ihn gibt. Denn die jungen Leute können dort erste Erfahrungen sammeln, wie sich Kommunalpolitik anfühlt. Sicher werden von ihnen nicht alle am Ball bleiben. Doch es ist schon viel gewonnen, wenn sich Jugendliche finden, die nicht nur abhängen wollen, sondern sich dafür interessieren, was in ihrem lokalem Umfeld passiert und bestenfalls sogar noch selbst Verbesserungsvorschläge für die weitere Entwicklung des Keller Raums machen. a.munsteiner@volksfreund.de

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