Kicken verboten - aber nur bis Juli
Kicken ist in Irsch vorübergehend nicht erlaubt. Das Verbot betrifft allerdings nur den örtlichen Sportplatz. Statt Fußballer-Waden und Stollenschuhen sind derzeit unter anderem muskulöse Arme und schweres Handwerkzeug auf dem Platz zu sehen, der runderneuert wird und ein Spielfeld aus Naturrasen erhält.
Irsch. Schon vor zwei Jahren hatten die Mitglieder des Irscher Sportvereins "Eintracht" die Idee, den örtlichen Fußballplatz vom Sand- in einen Rasenplatz umzubauen. Der SV, der die Maßnahme nicht nur angestoßen hat, sondern auch durchführt, hat aber noch mehr vor. "Um das Spielfeld herum wollen wir einen gepflasterten Weg bauen", erklärt Vereinsvorsitzender Helmut Kirchen. Außerdem müsse die Weitsprunganlage noch verlegt werden - "wegen der Anlaufbahn, die früher über einen Teil der Spielfläche ging", wie Kirchen berichtet. Voraussichtlich Ende Juli soll alles fertig sein.
Bis auf Irschs neuem Fußballrasen gekickt werden kann, gibt es aber noch viel zu tun. So wird derzeit die Platzentwässerung erneuert sowie die vorhandene Beregnungsanlage überarbeitet und erweitert. "Später sollen auch neue Tore aufgestellt werden", sagt Kirchen. Billig ist das Vorhaben nicht. Allein der Umbau vom Sand- in den Rasenplatz verschlingt rund 50 000 Euro. Finanzielle Unterstützung bekommt der SV vom Landessportbund, der 17 500 Euro zugesagt hat. Jeweils 10 000 Euro gibt es vom Landkreis sowie von der Ortsgemeinde. "Den Rest muss der Verein bezahlen", sagt Kirchen. Weitere 30 000 Euro fallen unter anderem für den gepflasterten Weg um das Spielfeld an. Hinzu kommen unzählige Arbeitsstunden. Letztere leisten in erster Linie die Mitglieder des Sportvereins, darunter mehrere Ruheständler, die in ihrer Freizeit an der Umsetzung der Rasenplatz-Idee arbeiten. Unterstützung gibt es aber auch von einigen Unternehmern aus dem Ort, die nach Auskunft von Helmut Kirchen verschiedene Arbeiten auf eigene Kosten durchführen.
Trotz der vielen Helfer aus den eigenen Reihen und aus der Gemeinde sowie derer, die den Sportplatz-Umbau finanziell unterstützen, hofft der SV "Eintracht" auf weitere Hilfe "von außen". "Rund 8000 Euro konnten wir bisher schon in Form von Spenden sammeln", berichtet SV-Chef Kirchen. Unterdessen plant der Verein, der rund 700 Mitglieder hat und dem zumindest rechnerisch fast jeder zweite Irscher angehört, schon das nächste Projekt. So soll in naher Zukunft eine Auffangvorrichtung für Regenwasser zur kostengünstigen Bewässerung des neuen Rasenplatzes gebaut werden.
Extra Der SV "Eintracht" Irsch hat derzeit rund 700 Mitglieder. Das sind 100 mehr als im vergangenen Jahr, als der Verein sein 80-jähriges Bestehen feierte. Zum Angebot des SV gehört neben Tischtennis und diversen Breitensportarten vor allem Fußball. Mannschaften gibt es in sämtlichen Altersklassen, und die Teams spielen zum Teil in Gemeinschaft mit den Sportvereinen aus Schoden und Ockfen sowie im Jugendbereich auch mit Ayl. Gekickt wird in Irsch unter anderem auf dem örtlichen Sportplatz sowie auf dem benachbarten, vom Deutschen Fußballbund (DFB) gesponserten Mini-Spielfeld. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.sv-irsch-saar.de.