Kicken wie die Profis

Der Ball dreht sich - und das nicht nur bei der aktuellen EM. Auch beim Jugendturnier in Nittel bestimmte am vergangenen Wochenende der schwarz-weiße Lederball das Programm. Über 100 Teams aus Deutschland, Luxemburg und Frankreich kickten um den begehrten Siegerpokal.

Nittel. "Schieß doch", gibt Anton seinem Mannschaftskollegen Yanik Anweisung. Nur noch zwei Minuten bleiben den sieben Spielern der Formation "Rot-Weiss Walldorf" bis zum Abpfiff. Bis dahin muss das schwarz-weiße Leder ins gegnerische Tor. In fünf Spielen müssen die Nachwuchs-Kicker auf dem Sportplatz Nittel alles geben. Mit ausreichend vielen Toren können sie sich so einen guten Platz in der Endrunde sichern. "Es ist ganz schön schwer. Die Spieler der anderen Mannschaften sind alle älter", meint Anton Kasimir. Trotz dieser Herausforderung strahlt der Achtjährige: "Fußball macht total Spaß." Beim neunten Jugendturnier des Turn- und Sportvereins (Tus) Nittel kämpften über 100 Mannschaften aus der C-, F-, E- und D-Jugend um die Siegertrophäe. Am Sonntag hatten die Bambini ihren Auftritt auf dem Rasen. "Es gibt für alle Mannschaften einen kleinen Pokal. Keiner geht hier leer aus", erzählt Turnierorganisator Tim Leutert. Den ersten Platz sicherten sich bei der F-Jugend die Spieler der "Eintracht Frankfurt". Bei der D-Jugend konnte sich die "JSG Obermosel" durchsetzen. Und bei der E-Jugend zählten der "VFL Trier", der "SV Tawern" und die "SSG Mariahof" zu den Gruppensiegern.Die Mannschaften aus dem Dreiländereck Deutschland, Frankreich und Luxemburg haben zum Teil eine lange Anfahrt hinter sich. In Zelten und Pensionen in der Umgebung haben die auswärtigen Gäste ihr Schlaflager aufgeschlagen. Für Organisator Tim Leutert steht beim Turnier nicht nur der "Leistungsvergleich der verschiedenen Teams" im Mittelpunkt. Er hofft durch die dreitägige Sportveranstaltung auch mehr Nachwuchs-Kicker für den Fußball zu begeistern. "Die Kinder sollten weg von der Spielkonsole und hin zum Mannschaftssport", meint der Jugendleiter des TuS Nittel.Die Spieler des "JSG Obermosel" ruhen sich auf der Bank aus. In den vergangenen fünf Spielen haben die Acht- und Neunjährigen aus Wellen, Temmels und Nittel vollen Einsatz gezeigt. Jetzt gönnen sich die jungen Kicker eine Stunde Pause bis zur Endrunde. "Es ist schon etwas anderes, wenn man gegen andere spielt", meint Marcus Kremer (9). Besonders in den auswärtigen Teams wie "Eintracht Frankfurt" sehen Markus und seine Teamkollegen harte Konkurrenz. "Wir sind ja nur ein kleines Dörfchen", gibt Thomas Fantes (9) aus Wellen zu bedenken. In der Vorbereitungsphase auf das Turnier haben sich die Fußballer von ihren Idolen aus der deutschen Nationalmannschaft inspirieren lassen. "Wir haben uns vom Training etwas abgeguckt und ein paar Übungen der National-Elf selber ausprobiert", berichtet Trainer Stefan Kremer. So klappt das Torschießen auf dem Sportplatz in Nittel auch viel besser.