Kicker wünschen sich Kunstrasen

Der Temmelser Fußballplatz muss einem Norma-Discountmarkt weichen. Im Gegenzug soll ein neuer, von Norma finanzierter Rasenplatz entstehen. Der SV Temmels akzeptiert diese Lösung (der TV berichtete). Doch andere meinen: Es könnte auch ein Kunstrasenplatz sein und man sollte die Chance nutzen.

Temmels/Nittel/Wellen. Obst, Konserven, Wurst und Brötchen statt Sturm, Konter, Abseits und Ecke: Das Ende der sportlichen Aktivitäten auf dem alten Temmelser Fußballplatz ist absehbar. An die Stelle des Rasenspielfelds zwischen Bahnhofstraße und B 419 soll ein Discountmarkt treten.
Die Fußballfreunde vom SV Temmels sehen die Entwicklung mit einem gewissen Optimismus, will doch die Nürnberger Norma Stiftung & Co. KG an anderer Stelle einen neuen Rasenplatz mit kompletter Infrastruktur anlegen.Rat hat zugestimmt


So jedenfalls lautet die Vereinbarung zwischen der Ortsgemeinde als derzeitige Grundstückseigentümerin und Investor Norma. Der Gemeinderat hat der Transaktion zugestimmt, auch ein neuer Standort an der Schlossstraße ist gefunden und beschlossen.
In den Nachbarorten Wellen und Nittel wird die Sache jedoch kritisch betrachtet. Zusammen mit dem SV Temmels bilden der TuS Wellen und der TuS Nittel eine Spielgemeinschaft (SG Nittel); sie gehören daher zu den Mitnutzern der Temmelser Anlage.
Was der Spielgemeinschaft (SG) nach Angaben ihres Vorsitzenden Winfried Kirsch fehle, sei ein allwettertauglicher Kunstrasenplatz, der auch im Winter zuverlässig bespielt werden könne. Kirsch: "Der Aschenplatz in Wellen ist keine Alternative. Wer je auf einem solchen Platz hat trainieren müssen, weiß das. Wenn schon ein neuer Platz nach Temmels kommen soll, hätte man dies in Richtung Kunstrasen nutzen sollen."
Dem stimmt auch Oliver Schenk zu, Jugendleiter und Vorstandsmitglied der SG. Schenk sitzt auch im Vorstand des SV Temmels und ist Mitglied im Gemeinderat Temmels. Es wäre sinnvoller, so Schenk, wenn man sich mit Norma auf die Zahlung einer Abstandssumme für den alten Platz einigte. Damit bliebe die Entscheidung über das Wie und Wo des neuen Platzes allein bei der Gemeinde.
Auf dieser Basis könnte mit dem Kreis und der Verbandsgemeinde über die Möglichkeiten für einen rund 100 000 Euro teureren Kunstrasenplatz verhandelt werden.
Dem scheidenden Temmelser Ortsbürgermeister Joachim Mimler wirft Schenk Zögerlichkeit und mangelnde Transparenz vor. "Nie wurde der SV Temmels in die Vereinbarungen mit Norma einbezogen. Nicht einmal informiert wurde der Verein."
Und Winfried Kirsch, Vorsitzender der Spielgemeinschaft, meint: "Ich fürchte, hier wird eine gute Chance vertan."Meinung

Es ist auch Wahlkampf
Ein Kunstrasenplatz in Temmels wäre für den Trainings- und Spielbetrieb der Sportgemeinschaft mit insgesamt 450 Mitgliedern aus drei Vereinen ideal. Bisher fehlt in Temmels, Nittel und Wellen so ein wetterunabhängiges Spielfeld mit Rasenqualität. Aus sportlicher Sicht haben die Kritiker recht. Allerdings rückt auch die Kommunalwahl mit Riesenschritten näher - es ist also Wahlkampf. Der Ruf nach einem teuren Kunstrasenplatz in Temmels ist aus sportlicher Sicht legitim. Aber dieser Ruf dient auch als Wahlkampfmunition. Doch nach der Wahl dürften die Karten in Temmels ohnehin neu geschmischt sein. trier@volksfreund.deExtra

In der Spielgemeinschaft (SG) Nittel sind drei Fußballvereine zusammengeschlossen, um mit gemeinsamen Mannschaften im Turnier anzutreten: Der SV Temmels, der TuS Wellen und der TuS Nittel. Insgesamt rund 450 Mitglieder in drei Vereinen zählt die SG Nittel. Für die SG laufen drei Seniorenmannschaften und 13 Jugendteams der verschiedenen Altersklassen auf. Hinzu kommen die Alten Herren. Trainiert und gespielt wird auf dem Hartplatz in Wellen (mit Flutlichtanlage), dem Nitteler Rasenplatz (mit Flutlichtanlage). Der unebene Temmelser Rasenplatz (unbeleuchtet) dient seit einigen Jahren nur noch zum Training bei Tageslicht und Austragungen der Jugendmannschaften. f.k.