Kilometergeld für guten Zweck

HERMESKEIL. (red) Wer nicht auf der Sonnenseite des Lebens steht, ist auf vielfältige Hilfe angewiesen. Beim Bolivientag stehen die Menschen in dem südamerikanischen Land im Blickpunkt. Um ihnen zu helfen, wird ein Hungermarsch organisiert. Doch es gibt auch ein großes Rahmenprogramm. Spenden können auf Sonderkonten bei den örtlichen Kreditinstituten eingezahlt werden.

Seit mehr als 15 Jahren unterstützt die Kolpingfamilie Hermeskeil die Schwestern des Marianischen Instituts in Sucre (Bolivien). Nächster Akt der Hilfe ist ein Hunger- beziehungsweise Solidaritätsmarsch zu Gunsten des Projekts "Straßenkinder in Sucre". Hungermärsche hat es schon im Mittelalter gegeben. Damals marschierten die Menschen in Notzeiten zum Sitz des Landesherrn, um aus dessen Vorräten Nahrungsmittel zu erbitten. In der heutigen Zeit ist der Hungermarsch als Solidaritätsmarsch zu verstehen zu Gunsten von Not leidenden Menschen.Reinerlös für Suppenküche

Im Rahmen der Bolivienarbeit unterstützt die Kolpingfamilie Hermeskeil die bolivianischen Ordensschwestern, die als Religionslehrerinnen an Schulen, als Seelsorgehelferinnen in großen Landpfarreien, in der ambulanten und stationären Krankenpflege sowie in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind. Mit dem Reinerlös des Bolivientages unterstützt die Kolpingfamilie unter anderem eine Suppenküche in Sucre, die von den Schwestern des Marianischen Ordens geleitet wird. Darüber hinaus will die Kolpingfamilie Hermeskeil mit diesem Solidaritätsmarsch gezielt auf die Not, das Elend und die Unterdrückung in den Ländern der Dritten Welt hinweisen. Die Kolpingfamilie unterscheidet beim Hungermarsch zwei Gruppen von Teilnehmern: Die eine Gruppe besteht aus Kindern, Frauen und Männern, die in dem Solidaritätsmarsch zu Gunsten der bolivianischen Straßenkinder eine Wegstrecke von 10 oder 20 Kolpingmeilen (8 bzw. 12 Kilometer) marschieren. Die zweite Gruppe sind die Sponsoren der ersten Gruppe. Sie geben ein Spendenversprechen ab, indem sie einem Teilnehmer des Hungermarsches auf dessen Teilnehmerkarte bestätigen, für jeden gewanderten Kilometer einen bestimmten Betrag zu spenden.Marschiert wird bei jedem Wetter

Teilnehmerkarten sind im Pfarrbüro, an den Schriftenständen in den Kirchen, in den Einrichtungen und Geschäften, in denen ein Plakat aushängt, sowie bei den Mitgliedern der Kolpingfamilie erhältlich. Der Abmarsch erfolgt am Sonntag, 15. Juni, um 9 Uhr am Johanneshaus. Pastor Otfried Stertenbrink, Präses der Kolpingfamilie Hermeskeil, wird zur Einstimmung einen meditativen Impuls geben. Die vorgesehenen Wanderstrecken sind befestigt und so ausgesucht, dass sie auch bei ungünstiger Witterung leicht zu begehen sind. Der Marsch findet bei jedem Wetter statt. Die zehn und 20 Kolpingmeilen langen Marschstrecken führen durch den Steinerwald und das Mühlental. Die Gruppen werden von Bürgermeister Michael Hülpes und Forstdirektor Mühlhaus angeführt.Plakate informieren über die Arbeit

Die Tageskasse im Johanneshaus ist am Bolivientag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr besetzt. Dort werden auch die Teilnehmerkarten abgegeben. Außerdem können Spenden auch unabhängig von der Veranstaltung auf Sonderkonten bei den örtlichen Kreditinstituten gezahlt werden: Sparkasse Trier: Kolpingfamilie Hermeskeil, Stichwort "Hungermarsch", Konto 257 3210, BLZ 585 501 30; Volksbank Hermeskeil: Kolpingfamilie Hermeskeil, Stichwort "Hungermarsch", Konto 100 009 996, BLZ 585 612 50. Auf Wunsch stellt das Pfarrbüro bei Vorlage der Einzahlungsbescheinigungen Spendenquittungen aus. Im großen Saal des Johanneshauses informiert eine Plakatausstellung über die Dritte-Welt-Arbeit sowie über die Arbeit der Ordensschwestern vom Marianischen Orden in Sucre. Ab 11.30 Uhr ist ein Frühschoppenkonzert geplant. Am Nachmittag spielt die Instrumentalgruppe der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) unter Leitung von Rudolf Dell auf. Die KEB-Seniorentanzgruppe präsentiert Tänze in alten Hochwaldtrachten dar. Außerdem lädt Dekanatskantor Raphael Klar mit einem Chor zu einem offenen Singen ein. Zur Einstimmung auf den Hungermarsch findet am Samstag, 14. Juni, 19 Uhr, in der Pfarrkirche St. Martinus ein Gottesdienst statt.