Kinder im I-Kuh-Test

THALFANG/HERMESKEIL. Den Weg vom "Gras ins Glas" verfolgten am Mittwoch 364 Viertklässler aus der Region bei einem Aktionstag rund um die Milch bei den Hochwald Nahrungsmittel-Werken. Die Nachfrage war so groß, dass viele Klassen nicht berücksichtigt werden konnten.

Kühe sind lila, und Milch kommt aus dem Tetrapack. Von wegen - beim Aktionstag rund um die Milch in Thalfang stellten Viertklässler unter Beweis, dass sie mehr wissen, als man gemeinhin denkt. Beispielsweise die zehnjährige Franziska aus Grimburg. Sie erkannte an der ersten Station des vom Dienstleistungszentrum ländlicher Raum (DLR) entworfenen Parcours die Futterpellets. "Das fressen unsere Schafe", rief sie spontan. An dem Stand mussten die wissbegierigen Schüler herausfinden, was Widerkäuer fressen: Gummibärchen, Nüsse, Heu oder Kraftfutter? Wenn die jungen Kandidaten richtig sortiert hatten, entstand das Wort "Milch". Das neu Gelernte wandten sie sofort bei einem "I-Kuh-Express-Test" an. Grüne Woche erstmals in Rheinland-Pfalz

In vergleichbarer Weise befassten sich übrigens Viertklässler auch in Pronsfeld, Eifel, und in Kaiserslautern mit dem flüssigen Lebensmittel. Die Veranstaltung ist einer von zahlreichen Bausteinen der Grünen Woche, die in diesem Jahr erstmals auch einen Ableger in Rheinland-Pfalz hat. Was man braucht, um Joghurt zu produzieren, das erfuhren die Kinder einige Stationen später. "Ohne Bakterien geht‘s nicht", brachten Svenja und Marie, beide zehn Jahre alt aus Thalfang, ihre neuen Kenntnisse an. Tatsächlich: Die Milchsäurebakterien sind für die Herstellung unentbehrlich. "Tim hat schon mal Milch in die Schule mitgebracht", erzählte Tobias aus Hoxel, dass das Thema auch im Unterricht eine Rolle spielt. Und tatsächlich, die Eltern von Tim Klein haben einen Bauernhof. Mit dem Lebensmittel "frisch von der Kuh" durften sie in der Schule live miterleben, wie Sahne entsteht. Auch wenn wegen der winterlichen Witterung der etwas andere Schultag nicht im Kuhstall stattfand, sondern in einer Halle der Hochwald Nahrungsmittel-Werke, sollten die Kinder möglichst realistische Eindrücke bekommen. Spielerisch sollen sie an das Nahrungsmittel Milch herangeführt werden, sagte Jutta Wirtz vom DLR Bitburg über das pädagogische Ziel.Ballack und Bauckhage

Die große Nachfrage bei den Schulen hatte die Organisatoren - neben dem DLR sind auch die Molkereien in Rheinland-Pfalz, das Landwirtschaftsministerium und die Milchwirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft mit im Boot - sehr überrascht. Viele Klassen habe man vertrösten müssen. Zum Zuge gekommen waren dagegen Klassen aus Enkirch, Fell, Föhren, Großlittgen, Gusenburg, Heidenburg, Hermeskeil, Landscheid, Longkamp, Morbach, Nittel, Reinsfeld, Thalfang und Trier. Die Kinder interessierten sich im übrigen nicht nur für den konkreten Lehrstoff. "Kennst Du auch den Michael Ballack", fragte die neunjährige Clara aus Bäsch den Leiter Produktentwicklung, Christian Wandinger, der unüberhörbar aus Bayern stammt. Den größten Eindruck bei Bünyamin aus Föhren hinterließ eine Torwand, auf die er schießen durfte, während Mitschülerin Lea das Kasperletheater am besten gefiel. Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage ehrte im Rahmen der Veranstaltung Milch erzeugende Betriebe für ihre Qualitätsleistungen (der TV berichtet noch).