Kindergarten zieht ins Pfarrheim um

Wadrill · Deckenplatten der Kita in Wadrill (Kreis Merzig-Wadern) sind Ende des Monats von der Decke gefallen. Jetzt fordert der Elternausschuss des Kindergartens Wadrill eine umfassende Renovierung des Gebäudes. Doch eine schnelle Lösung scheint nicht in Sicht.

Wadrill. Im Pfarrheim haben die Schützlinge des Kindergarten St. Theresia Wadrill eine vorübergehende Bleibe gefunden. Grund für die Evakuierung: Ende des vergangenen Monats stürzten Deckenplatten herab - während der Öffnungszeit. Da die Gefahr drohte, dass weitere Platten im Flur- und Gruppenbereich sich selbstständig machen könnten, einigten sich der Träger, die Kita GmbH Saarland und die Eigentümerin, die Kirchengemeinde, darauf, das Gebäude zunächst zu schließen.
Nach einer Begehung mit Marcel Hürtgen vom Bischöflichen Generalvikariat, Wadrills Ortsvorsteher Joachim Brücker, Architekt Siegbert Barth (Losheim) sowie Vertretern der Kita gGmbH und des Landesjugendamtes wurde eine Fachfirma beauftragt. Ihr Auftrag: provisorische Sicherungsmaßnahmen, so dass zumindest die Turnhalle und das Bistro genutzt werden können.
Erhebliche Einschränkungen



Für die Jungen und Mädchen wurde das gegenüberliegende Pfarrheim geräumt. Sandra Rink, Vorsitzende des Elternausschusses, dankt den Nutzern des Pfarrheimes für deren Bereitschaft und Verständnis. Denn einige Veranstaltungen mussten nach ihren Worten abgesagt oder verschoben werden. Die Arbeit in Kleingruppen und eine Betreuung von auffälligen Kindern in entsprechend nötigem Maße sei im Pfarrheim nicht möglich. "Außerdem haben sie keine Rückzugsmöglichkeiten, auch der Lärmpegel ist deutlich höher."
Ein weiteres Manko: Für etwa 60 Kinder stehen nur zwei Toiletten und zwei Waschbecken in Normalhöhe zur Verfügung. Das Angebot der Betreuung ist geringer, da wegen Platzmangels nicht alles Spielzeug rüber transportiert werden kann.
"Man könnte hier noch etliche weitere Probleme aufgrund der derzeitigen Situation aufführen, allerdings sollte auch so schon deutlich werden, dass diese Situation unmöglich ist", sagt Rink - etwas, was den Mitgliedern des Elternausschusses große Sorgen bereitet.
"Muss es so weit kommen wie in der Kita in Lockweiler?", ist eine oft gestellte Frage, oder: "Müssen zuerst Kinder zu Schaden kommen oder verletzt werden?" Die Wadriller hatten Glück im Unglück: Die Platten stürzten von der Decke, als die Kinder bei schönem Wetter im Hof spielten.
"Wie geht es jetzt weiter? Wie lange dauert die Renovierung und Zwischenlösung?", sind weitere Fragen der besorgten Eltern, die auf eine baldige Erledigung der Renovierungsarbeiten drängen. Doch diese Fragen wurden nach Aussagen der Eltern als Schönheitsreparaturen abgetan und verschoben.
Noch keine Kostenschätzung


Erst Anfang des Jahres ist nach Aussagen der Eltern das Dach neu gedeckt worden, nachdem es monatelang durch die Decke geregnet hatte. "Auch hier ist erst etwas passiert, nachdem wir uns vom Elternausschuss eingeschaltet hatten", sagt Rink. Nach der Kita in Lockweiler ist der zweite Kindergarten in einem kirchlichen Gebäude von Schäden betroffen. "Wir wollen, dass klare Aussagen hinsichtlich Renovierung und Finanzierung getroffen werden und Stadt, Kreis, Land und Bistum sich nicht gegenseitig eine Schuld zuschieben", betont Rink.
Vom Bistum Trier gab es zumindest die mündliche Zusage, 35 Prozent der Kosten zu übernehmen, sofern auch von den beteiligten Behörden die entsprechenden Zuschüsse fließen. Aber seitens des Architekten liegt noch keine Kostenschätzung vor.
Für die Stadt Wadern gab Petra Dewald vom zuständigen Fachbereich bekannt, dass man erst auf einen Bescheid des Ministeriums für Bildung und Kultur warte, das nach der Kostenermittlung grünes Licht für die Übernahme der Kosten gibt. "Eine umfassende Renovierung wäre toll, aber bitte keine notdürftige Reparatur der Decke", fordern die Eltern.Extra

Auf einen Blick: Das Problem für die Kinder und ihre Erzieherinnen: Die stark befahrene Hermeskeiler Straße muss täglich mehrmals überquert werden. Ein Zebrastreifen wäre hilfreich und wird von den Eltern auch gefordert. "Dies bedeutet eine ganz beengte Situation für die Kinder und das Personal", sagte Sandra Rink, Vorsitzende des Elternausschusses. eb