Freizeit : Menschen, Märchen, Kinderträume

Museumsdorf Roscheider Hof ermuntert 1400 große und kleine Besucher mit vielen Attraktionen zum Mitmachen.

Große Augen bei kleinen Besuchern: Überall gibt’s was zu sehen, wird was vorgeführt oder man darf mitmachen beim Kindertag des Roscheider Hofes. Gut 1400 große und kleine Menschen haben am Sonntag das Angebot in historischem Gemäuer dem Schwimmbadbesuch vorgezogen.

„Einmal im Jahr bieten wir an einem Tag alles kompakt an, was es sonst als Projekt oder Kurs auch gibt“, erklärt der Geschäftsführer des Freilichtmuseums, Hermann Kramp. Dass so viele bei diesem Wetter kommen, habe er nicht für möglich gehalten.

Ob da zwei Schmiede kleine Figürchen aus heißem Eisen formen, die Kinder selbst Murmeln formen und färben können, oder einer der spannenden Geschichte einer Märchenerzählerin folgen, immer ist es aufregend und nicht alltäglich.

„Diesmal haben wir die Waldbühne als zweiten Standort hinzugenommen“, ergänzt Helge Rieder, Vorsitzender des Museumsvereins. Jungschauspieler des Heimatvereins Könen zeigten das Stück „Kleine Drachen“, und das Jugendorchester der Winzerkapelle Wiltingen spielte auf. „Der Kindertag wird immer weiterentwickelt und bleibt nicht so wie in den mehr als 25 Jahren, die er besteht“, ergänzt Kramp.

15 Aktive des Roscheider Hof e.V. zeigten den Kindern, wie sie Spielzeug selber herstellen können, umgeben von mehr als 100 Jahren Historie. Jakob Bohr (6) aus Welschbillig dreht die Kurbel, um aus Körnern Mehl zu malen. Daraus wird unter Anleitung von Birgit Möller-Scherf Teig zubereitet, der „gehen“ muss und anschließend aufs Stockbrot gesteckt übers Feuer gehalten wird. „Vom Korn zum Brot“, nennt das die Fachfrau.

Aber auch Kreidebilder mit Wachsmalkreide zu kopieren wird gezeigt. Kleine Kreisel konnten ebenso bemalt werden, wie die Gesichter, die sich beim Schminken in Fantasiegestalten verwandelten.

Märchenerzählerin Barbara Schneider sagt: „Das habe ich richtig lernen müssen.“ Eine gute Betonung, mal lauter, mal leiser sprechen, an der richtigen Stelle eine Pause machen, dann wird’s noch spannender. Die Kinder dürfen dazwischen auch Fragen stellen, damit die Handlung richtig verstanden wird.

Ein Verkaufsschlager ist weiterhin das frisch gebackene Brot aus dem Backhäuschen im historischen Dorf. Allein dafür lohnt sich schon der Weg ins Museum.

 Neue Erfahrung für Jakob Bohr: So eine Körnermühle verlangt Kraft.
Neue Erfahrung für Jakob Bohr: So eine Körnermühle verlangt Kraft. Foto: Herbert Thormeyer

Mehr Informationen über das Freilichtmuseum Roscheider Hof und seine Angebote gibt es unter www.roscheiderhof.de.