1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Kindertag im Freilichtmuseum Roscheider Hof: "Toll, wenn die Begeisterung auch auf die Eltern überspringt"

Kindertag im Freilichtmuseum Roscheider Hof: "Toll, wenn die Begeisterung auch auf die Eltern überspringt"

Spaß haben und dabei noch etwas lernen - mit diesem Angebot war der Kindertag im Freilichtmuseum Roscheider Hof angetreten. Das engagierte Team um Geschäftsführer Hermann Kramp hat wieder eine Punktlandung hingelegt. Weit mehr als 1000 Kinder waren mit ihren Eltern auf den Konzer Berg gekommen, wo sie spannende und kreative Stunden verbringen konnten.

Konz. Der sechsjährige Felix wandelt auf des Müllers Spuren. Ohne Pause mahlt er in einer Getreidemühle nur mit Muskelkraft Roggen und Weizen. Der besorgten Frage seines Vaters, ob er nicht schon dicke Arme habe, begegnet er mit einem entschiedenen Kopfschütteln. Nein, am Ende ist er noch nicht, da geht noch was. Mutter Carola Schick beobachtet die Szene mit einem Schmunzeln.

Die junge Familie ist aus Oberbillig erstmals zum Kindertag auf den Roscheider Hof gekommen. Von dem Termin haben sie aus der Zeitung und von Freunden erfahren. "Die sagten uns, dass sich die Fahrt lohne." Eine Einschätzung, die Carola Schick inzwischen teilt. Felix macht dann doch eine Pause. Nicht weil er zu müde geworden ist. Birgit Möller-Scherf hat aus dem Mehl einen Teig hergestellt, der über offenem Feuer an selbst geschnitzten Stöcken zu Stangenbrot verarbeitet werden will.

Gegenüber in einer alten Scheune unterweist Dieter Wojanowski die Kinder in der Kunst der Frottage. Er sagt: "Das ist nichts anderes als eine Drucktechnik mit Schablonen." Er erinnert an ein beliebtes Spiel aus den Kindertagen: "Früher hat man Münzen genommen, die unter ein Blatt Papier gelegt und ist dann mit einem flachen Buntstift vorsichtig über das Papier gegangen. Am Ende hatten wir dann einen Druck von der jeweiligen Münzseite." An diesem Morgen sind es Ovale, Kreise oder Sterne aus Karton, die als Vorlage dienen. "Hier kann man wunderbare Bilder entstehen lassen", sagt er.

Das sehen auch Jonathan (5) und Maximilian (7) so. Für die beiden ist das eine neue Erfahrung. Mutter Julia Hoppe und ihr Mann Sebastian freut das kreative Potenzial ihrer Kinder. Plötzlich geht sie zu einem Strauch, reißt einige Blätter ab und bringt sie ihren Jungs. Dieter Wojanewski freut das: "Es ist toll, wenn die Begeisterung an der Technik auf die Eltern überspringt." Vor dem Nachbarhaus sitzt derweil seine Frau Iris. Sie hat einen großen Klumpen Ton dabei, aus dem sie für jedes Kind ein Stück entnimmt. "Wir arbeiten hier mit einfachen geometrischen Formen, aus denen Stück für Stück Schalen, Vasen oder Tiere entstehen", erläutert sie. Das Arbeiten mit Ton spricht auch ältere Kinder wie die 13-jährige Alexandra an. Konzentriert arbeitet sie an einer Schale, die sie gerade liebevoll verziert. "Es macht einfach Spaß", stellt sie fest.

Ton ist auch der Werkstoff, aus dem früher Murmeln hergestellt wurden. Wie das geschah, wird an einem anderen Stand veranschaulicht. Nach dem Formen der kleinen Kugeln werden diese noch mit farbiger Kreide eingestäubt, ehe sie in Alufolie eingepackt am Rande einer Feuerstelle rund 30 Minuten gebacken werden. Dass dabei die Wartezeit nicht lang wird, dafür sorgen weitere Angebote. Die Kinder können filzen, Kreisel bemalen oder sich das Gesicht schminken lassen. flo