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Kindgerecht, abwechslungsreich, nicht verkocht und frisch

Kindgerecht, abwechslungsreich, nicht verkocht und frisch

Massenhafte Magen-Darm-Erkrankungen von Kindern in Ostdeutschland, die vermutlich von verunreinigtem Essen in Kindertagesstätten herrührten, haben kürzlich für viel Aufsehen gesorgt. Wie ist es um die Kontrolle des Essens für die Kinder in den Tagesstätten im Kreis bestellt?

Merzig-Wadern. Auch im Kreis Merzig-Wadern werden täglich hunderte Kinder in Krippen und Kindertagesstätten mit Essen versorgt. Die Mahlzeiten sollen gesund und abwechslungsreich sein, dem Nachwuchs schmecken und nicht viel kosten. Eine tägliche Herausforderung für Essenszulieferer und Betreiber.
Was macht gutes Kita-Essen aus und wie wird sichergestellt, dass die Qualität stimmt? "Kinder sind heute täglich länger als früher in Kindergärten, deswegen hat das Essen inzwischen einen anderen Stellenwert", sagt Helga Bourgeois, Merziger Gesamtleiterin der katholischen KiTa GmbH Saarland, die im Kreis 29 Kitas betreibt, sechs davon in der Merzig.
In einigen Kitas wird vor Ort gekocht, andere lassen sich von Großküchen beliefern. Bei der Qualitätssicherung gibt es viel zu beachten: Nach der Herstellung der Mahlzeiten müssen etwa Proben genommen, eingefroren und wochenlang aufbewahrt werden, um im Fall der Fälle Keime nachweisen zu können. Vorgeschrieben sei sogar, in welchen Kühlschrankfächern die Komponenten zu lagern sind, so Bourgeois.
"Die Speisen dürfen nicht verkocht, müssen heiß sein. Wir achten auch auf kindgerechte und abwechslungsreiche Mahlzeiten mit frischen Produkten", erläutert Helga Bourgeois die Anforderungen der katholischen Kitas an die Lieferanten.
"Die Kinder sollen zum Beispiel wissen, wie Blumenkohl schmeckt, die Bestandteile müssen sichtbar sein." Wenn ein Anbieter hygienisch zu beanstandendes Essen anliefere, sei dies ein Grund, Verträge fristlos zu kündigen, erläutert Bourgeois. Es habe einen solchen Fall bei den katholischen Kitas im Kreis noch nicht gegeben.
Bei weniger gravierenden Mängeln sei eine Option, die üblicherweise für ein Jahr geltenden Verträge nicht zu verlängern. Ein Beispiel: "Wir haben auch viele muslimische Kinder in den Einrichtungen. Wenn ein Anbieter sich nicht daran halten würde, für sie Essen ohne Schweinefleisch anzuliefern, wäre das ein Grund für eine fristgemäße Kündigung. Es ist unser religionspädagogischer Auftrag, jedem Kind das zu geben, was es braucht", so Bourgeois.
In den katholischen Kitas habe sich der Preis bei etwa drei Euro eingependelt, teilt sie mit und ergänzt: "Ich erlebe viele Eltern, die gerne 50 Cent mehr ausgeben, wenn sie wissen, dass das Essen gut ist." jowExtra

Die Gesundheitsämter der Landkreise im Saarland tragen mit ihren Kontrollen dafür Sorge, dass durch mangelnde Hygiene keine ansteckenden Krankheiten übertragen werden. Wenn Mängel festgestellt werden, müssen die Einrichtungen diese laut Ministerium "in einem vertretbaren Zeitfenster" beseitigen. Die Behebung der Mängel wird nachkontrolliert. jow