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Kirche in Hentern: Nach drei Jahren Schließung startet bald Sanierung

Drei Jahre nach der Schließung : An der Kirche in Hentern starten bald die Sanierungsarbeiten

Die Katholiken in Hentern müssen seit März 2018 auf ihre Kirche verzichten, weil das Dach stark sanierungsbedürftig ist. Nun könnte es bald losgehen mit den Arbeiten. Warum die Vorbereitungen dafür länger gedauert haben und wie die Gläubigen vor Ort die Situation meistern.

Gottesdienste im Freien  sind in Zeiten von Corona nichts Ungewöhnliches. Vielerorts haben die Gläubigen schon im vergangenen Sommer Messen auf Wiesen oder Plätzen gefeiert, wo sich der gebotene Abstand noch besser einhalten lässt. In Hentern hat der Fronleichnams-Gottesdienst auf dem Dorfplatz allerdings noch einen anderen Hintergrund als die Pandemie: Dort ist die katholische Pfarrkirche St. Georg geschlossen – seit mehr als drei Jahren.

Bauliche Mängel an Dach und Holzdecke waren der Anlass für eine vorsorgliche Sperrung im März 2018. Seitdem müssen die Gläubigen aus Hentern und Baldringen ohne ihr Gotteshaus auskommen. „Es ist schon eine lange Zeit“, sagt Birgit Jäckels, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats. „Wir vermissen unsere Kirche sehr.“

Doch das Warten auf den Beginn der notwendigen Sanierungsarbeiten könnte bald ein Ende haben. Auf TV-Nachfrage bestätigt das Bistum Trier, dass die Finanzierung des Projekts geklärt sei: „Derzeit läuft durch den Architekten das Ausschreibungsverfahren für die Arbeiten“, teilt  die Bistums-Pressestelle mit. Sobald das Verfahren erfolgreich beendet sei, könne mit den Arbeiten begonnen werden.

Die haben laut Bistum einen größeren Umfang: Der Dachstuhl der Henterner Kirche müsse stabilisiert und ertüchtigt,  eine nachträglich im Innenraum eingezogene Zwischendecke abgerissen und neu gestaltet werden. Zudem benötige das Dach eine neue Eindeckung. Gesamtkosten: rund 885 000 Euro. Das Bistum übernimmt davon 692 000 Euro, die Kirchengemeinde 193 000 Euro.

Dass die Finanzierung nun gesichert und das Projekt genehmigt ist, freut auch Kai Georg Quirin. Er ist leitender Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Schillingen, zu der die Henterner Kirchengemeinde gehört. Es seien in Hentern schon einige Arbeiten notwendig, sagt Quirin – mehr als in der zehn Kilometer entfernten Kirche St. Willibrord in Waldweiler. Dort hatten die Gläubigen seit November 2018 ebenfalls auf ihre Kirche verzichten müssen, weil es Probleme mit der Statik des Daches gab. Das war nach einer Begutachtung des Dachtragwerks aufgefallen. „Die Arbeiten sind schon länger abgeschlossen, und wir konnten an Heiligabend wieder einziehen“, sagt Quirin. Anders als zunächst befürchtet seien die Holzträger „nicht schadhaft“ gewesen. Durch eine „Nachversteifung“ sei die Dachkonstruktion nachgebessert worden, sodass nun eine mögliche Belastung besser abgeleitet werde.

An den Kosten in Waldweiler (insgesamt 174 000 Euro) hat sich das Bistum mit 104 000 Euro beteiligt. Für den „großzügigen Zuschuss“ in Hentern ist Quirin ebenfalls dankbar, lobt aber auch die Gemeindemitglieder vor Ort: „Sie sind recht kreativ, um Mittel für die Sanierung aufzubringen.“

Mit Hilfe der Frauengemeinschaft habe man für das Fronleichnamsfest einen Verkauf von „Kuchen to go“ auf die Beine gestellt, berichtet die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Birgit Jäckels. Der Erlös sei für die Kirche bestimmt. Vor Ausbruch der Pandemie sei bereits bei Festen im Dorf um Spenden gebeten worden: „Die Bereitschaft ist groß, ein paar Tausend Euro sind zusammengekommen.“ Da nun der Baubeginn näher rücke, kämen womöglich weitere Spenden hinzu: „Dann haben die Leute direkt vor Augen, wofür das Geld verwendet wird.“

 "Kuchen to go" bietet die Henterner Kirchengemeinde nach dem Fronleichnams-Gottesdienst auf dem Dorfplatz an - darauf verweist dieser Aushang an der Kirchentür. Der Erlös ist für die Sanierung des Gotteshauses bestimmt, das seit drei Jahren geschlossen ist.
"Kuchen to go" bietet die Henterner Kirchengemeinde nach dem Fronleichnams-Gottesdienst auf dem Dorfplatz an - darauf verweist dieser Aushang an der Kirchentür. Der Erlös ist für die Sanierung des Gotteshauses bestimmt, das seit drei Jahren geschlossen ist. Foto: Trierischer Volksfreund/Christa Weber

Die lange Zeit ohne Kirche sei „schwierig“, gibt Jäckels zu. Der anfangs als Notkirche genutzte Klassensaal in der ehemaligen Henterner Grundschule sei seit Corona zu klein, um die Abstandsregelungen einzuhalten. Zwar könne man hin und wieder einen Gottesdienst in Zerf gestalten, wo auch Taufen und Sterbeämter stattfänden. Und die Gottesdienste auf dem Dorfplatz, die es schon 2020 gegeben habe, würden gut angenommen: „Aber es fehlt trotzdem etwas. Die Kirche ist einfach ein Mittelpunkt, ein Treffpunkt im Gemeindeleben.“ Daher hofften alle Mitglieder in den kirchlichen Räten, „dass es jetzt wirklich mit den Arbeiten losgeht“.

Wann die Kirche wieder vollständig genutzt werden kann, ist laut Bistum noch nicht absehbar: „Es ist wahrscheinlich, dass es in diesem Jahr noch keine Gottesdienste dort geben wird.“ Zur dreijährigen Vorbereitung des Projekts heißt es: „Es waren umfangreiche Planungen, Gutachten und Genehmigungsverfahren notwendig – bei solch großen Bauprojekten keine Seltenheit. Wir sind aber zuversichtlich, dass nun bald die nächsten Schritte in Richtung Wiedernutzung gegangen werden.“