Kita-Umbau in Irsch wird immer teurer

Kita-Umbau in Irsch wird immer teurer

Der Umbau der Kita in Irsch kostet mehr als geplant. Während der Sanierungsarbeiten sind neue Baumängel entdeckt worden. Die Kita bekommt ein neues Dach, neue Fenster und einen zusätzlichen Büroraum. 196 000 Euro sind nun für das Projekt veranschlagt.

Irsch/Ockfen. Ein Baugerüst ziert mal wieder die Kita in Irsch. Nach mehreren Sanierungs- und Umbauarbeiten zwischen 1980 und 2007 müssen nun erneut Fenster und das Dach ausgebessert und mehr Platz geschafft werden. Das Projekt wird teurer als geplant. Bisher waren 181 000 Euro veranschlagt. Nun werden wohl 196 000 Euro gebraucht.
Grund ist "Pfusch am Bau", wie der Irscher Ortsbürgermeister Jürgen Haag sagt. Die Dacheindeckung sei seinerzeit nicht fachgerecht gemacht worden. "Die Firma von damals gibt es aber nicht mehr", sagt Haag. Die Gemeinde versuche nun, alle Mängel akribisch zu dokumentieren und mögliche Planungsfehler und Ersatzansprüche nachzuweisen. "Wir sind mit dem verantwortlichen Architekten in Kontakt. Bisher war er zu einer Baustellenbesichtigung aber nicht bereit." Schwerwiegende Verzögerungen soll es deswegen nicht geben. "Wir haben einen Puffer eingerechnet. Es dauert vielleicht eine Woche länger", sagt Haag. Die Arbeiten sollen im Februar erledigt sein.
Fehlgriff: Heimische Hölzer


Nicht nur die aktuell gefundenen Mängel machen den Irschern zu schaffen. Bei Renovierungsarbeiten 1999 wurden für Fenster heimische Hölzer benutzt. Ein Fehlgriff, wie sich nun herausgestellt hat. Denn heute müssen die maroden Fenster ausgetauscht werden. Neben den Fenstern werden auch das Dach saniert und ein neues Büro für die Kita-Leitung gebaut. "Letztlich ausschlaggebend für die erneute Sanierung war die Unterkonstruktion der Flurdecke, die herunterzustürzen drohte", sagt Haag. In einer Ad-hoc-Aktion wurde die Decke von Eltern und hilfsbereiten Bürgern in Eigenleistung vor einigen Wochen abgenommen. "Der Zustand war nicht weiter hinnehmbar", sagt Haag. 100 000 Euro der Kosten übernehmen Kreis und Land. Den Rest teilen sich Irsch (zwei Drittel) und Ockfen (ein Drittel).
Die 87 Kinder und die Kita-Mitarbeiter scheinten die Bauarbeiten nicht zu stören. Im Gegenteil: "Die Kleinen finden das total interessant", sagt Marion Steuer, stellvertretende Leiterin der Kita. "Im ersten Stock pressen sie regelmäßig ihre Nasen an die Glastür und beobachten, was die Handwerker dort tun", sagt sie lachend.
Und auch für die Mitarbeiter sei der Lärm auszuhalten. Mit den Firmen seien Ruhezeiten vereinbart worden, in denen die Kleinsten schlafen können. Abrissarbeiten würden am Wochenende erledigt. "Das funktioniert wirklich gut", sagt Steuer.
"Die Renovierung ist dringend nötig. Wir sind froh, dass die Mitarbeiter endlich einen weiteren Raum bekommen und die Decken keine Gefahr mehr für die Kleinen sind." Weil es ein neues Büro für die Leitung gibt, kann das bisher dafür genutzte Zimmer als Personalraum für die 18 Mitarbeiter und für Elterngespräche genutzt werden. Die Energiekosten sollen durch eine neue Dämmung gesenkt werden.
Mehr Platz für die Kleinen ist ebenfalls nötig: Seit 2009 können auch unter drei Jahren alte Kinder aufgenommen werden. "Mit dem zusätzlichen Raum haben wir auch für die nächsten Jahre vorgesorgt", sagt Haag. Ab August 2013 sollen auch Einjährige die Kita besuchen dürfen.
Endgültig Schluss mit den Bauarbeiten ist aber auch nach Beendigung des jetzigen Projekts nicht. "Eltern und Mitarbeiter beschweren sich zu Recht über die alten Sanitäranlagen für die Kleinen", sagt Haag. Derzeit werden die Toiletten begutachtet und eine Finanzierungsmöglichkeit gesucht.
Extra

In der Verbandsgemeinde (VG) Saarburg wird an mehreren Kitas gebaut. Ayl: Anbau für vierte Gruppe und Umbau im Bestand, Kosten: 546 734 Euro, Ende: Anfang 2013, Träger: Ortsgemeinde; Freudenburg: Anbau für die siebte Gruppe und Nebenräume, Kosten: 376 120 Euro, Ende: Frühjahr 2013, Träger: Ortsgemeinde; Saarburg St. Laurentius: Sanierung und Umbau von Räumen im Pfarrheim für die Kita, Kosten: 197 459 Euro, Ende: Anfang 2013, Träger: Katholische Kirchengemeinde; Trassem: Anbau für fünfte Gruppe, noch in Planung für Sommer 2013, Träger: Ortsgemeinde; In den Kitas in Palzem, Saarburg-Beurig, Serrig, Taben-Rodt und Wincheringen sind die Bauarbeiten für die U-3-Versorgung abgeschlossen. (Quelle: Kreis Trier-Saarburg, Stand: 31. Oktober2012)