Klare Distanz zum Islamischen Staat

Konz · Die Gläubigen der Albukhary-Moschee haben erstmals zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Etwa 20 Gäste sind der Einladung in das erst in diesem Jahr eröffnete Gotteshaus gekommen und haben sich informiert. In die Moschee in der Dammstraße kamen rund 150 Besucher.

Konz. Es war das erste Mal, dass sich die neue Moscheegemeinde in der Karthäuser Brunostraße am bundesweiten Tag der Offenen Moschee beteiligte. Kein Wunder, denn die Albukhary-Moschee ist das neueste Gotteshaus in Konz und feierte erst 2014 ihre Eröffnung. Etwa 20 Interessierte waren am Vormittag gekommen und erlebten eine offene und gastfreundliche Atmosphäre.
Vorstandsmitglied Rhandell Ayup Mathieu informierte über die Grundlagen des Islam. Er habe 2008 den katholischen Glauben abgelegt und den Islam für sich als wahre Religion entdeckt. Ihn hätten die Demut beeindruckt, mit der die Muslime ihrem Schöpfer begegneten und die klaren Regeln des Islam. In der anschließenden Diskussion wurde auch nach der Haltung der Gemeinde zu den Gräueltaten des "Islamischen Staates" gefragt.
Mathieu und die übrigen Vorstandsmitglieder der Moscheegemeinde distanzierten sich klar von diesen Verbrechen und wiesen darauf hin, dass diese Gruppe sich in doppelter Weise maskiere: Sie sei weder islamisch, noch besitze sie einen Staat.
Begegnung und gutes Essen


Die Frage, ob das Leben als Muslim unter Nicht-Muslimen in Konz dadurch schwerer geworden sei, verneinte Mathieu. Er sah in den Berichten über den Islamischen Staat eine gute Gelegenheit, den wahren, friedlichen Charakter seiner Religion und von annähernd 1,2 Milliarden Muslimen zu erklären.
Weniger das Wort, als die Begegnung und das leckere Essen standen am Nachmittag im Vordergrund bei der Türkisch-Islamischen Gemeinde, die in der Dammstraße ihre Türen öffnete. Vorsitzender Ercan Sari begrüßte alle Gäste und bot ihnen die Gastfreundschaft der Moscheegemeinde an.
Thomas Zuche fragte als Sprecher des Interkulturellen Netzwerks Konz: "Was ist drin, wo Islam draufsteht?" und erinnerte an die in Deutschland vorfindbare Spanne vom friedlichen Gläubigen bis zu Islamisten und Dschihadisten. Umso wichtiger sei es, die Türen der Moscheen weit zu öffnen. Er lobte die Gemeinde in Konz und ihr Engagement im Netzwerk und bei den Interkulturellen Wochen. Bis zu 150 Menschen nahmen die Einladung der Türkisch-Islamischen Gemeinde an und feierten bei herrlichem Sonnenschein. red